US-Starökonom John Taylor: "Saat für neue Blasen" - Seite 2

US-Starökonom John Taylor: "Saat für neue Blasen"

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Dann ist die derzeitige Nullzinspolitik also auch falsch?

Gegenwärtig ist der Leitzins von null Prozent angemessen. Doch wenn sich die Wirtschaft im Verlauf des Jahres deutlich erholt, muss die Fed die Zinsen anheben. Reagiert sie zu spät, ist dies die Saat für neue Spekulationsblasen.

Was ist denn rechtzeitig?

Das hängt davon ab, wie sich die Konjunktur entwickelt. Derzeit spricht alles dafür, dass die Fed die Leitzinsen im zweiten Quartal erhöhen sollte. Es wäre ein Fehler, bis Ende des Jahres zu warten.

Kann die Fed die Zinsen überhaupt erhöhen, solange noch so viel Zentralbankgeld im Bankensystem zirkuliert?

Die Fed muss zunächst die Liquidität aus dem Bankensektor absaugen. Das Beste wäre, wenn sie dazu die angekauften Wertpapiere wieder verkauft und ihre Bilanzsumme zurückfährt. Die Gefahr, dadurch die Kurse unter Druck zu setzen und die Renditen in die Höhe zu treiben, ist gering, wenn die Fed die Papiere schrittweise verkauft.

Die Fed denkt eher daran, den Banken verzinsliche Termineinlagen für das Zentralbankgeld anzubieten, damit dieses nicht in die Wirtschaft abfließt.

Ich halte das für keine gute Idee. Die Zentralbank beeinträchtigt damit die Funktionsfähigkeit des Interbankenmarktes. Warum sollten sich Banken gegenseitig Geld ausleihen, wenn sie es sicher bei der Fed parken können? Außerdem: Mit Zinsen für Termineinlagen subventioniert die Fed die Banken.

Müssen die Zentralbanken wieder stärker auf die Kredit- und Geldmengen achten, um Spekulationsblasen zu verhindern?

Die Steuerung der Geldmenge hat sich in der Vergangenheit als unpraktikabel erwiesen. Den Zentralbanken bleibt daher nichts anderes übrig, als die Zinsen zu steuern. Dafür gibt es Regeln, etwa die von mir entwickelte Taylor-Regel, an die sich die Zentralbanken halten sollten. Allerdings dürfen sie die Geldmenge nie völlig aus den Augen verlieren.

Sollten Notenbanken in Zukunft Spekulationsblasen platzen lassen, bevor diese zu groß werden?

Das wäre eine gefährliche Strategie. Die Zentralbanken sollten lieber alles tun, damit Spekulationsblasen gar nicht erst entstehen. Das bedeutet, sie dürfen ihre Zinsen in Zukunft nicht mehr zu lange so niedrig halten. Das ist die zentrale Lehre aus der Krise.

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1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 17.02.2010, 08:50 UhrAnonymer Benutzer: Krisengewinner

    Der Mann namens Taylor ist ja eine echte Enttäuschung. Er sagt nicht mehr als uns ein Erstsemester-Student für VWL auch hätte erklären können. Ui, die Fed hat die Zinsen zu lange niedrig gehalten. Was für eine kluge Ursachenanalyse. Und ui, die Fed muss die Zinsen gegen Ende des Jahres erhöhen, um die nächste blase zu vermeiden. Wow! Das interview hätte ich auch geben können, aber mich fragt ja keiner!

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