US-Studie: Steuern runter!

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Steuererklärung

Eine neue Studie zeigt: Steuersenkungen kurbeln die Konjunktur stärker an als kreditfinanzierte Ausgabenprogramme des Staates.

Rund um den Globus basteln die Regierungen derzeit fieberhaft an Konjunkturprogrammen, um die Wirtschaft zu stützen. Doch wie muss ein solches Programm aussehen? Sollte es auf staatliche Investitionen setzen oder lieber auf Steuersenkungen?

Dieser Frage geht eine neue Studie* nach, die demnächst in der renommierten Fachzeitschrift „Journal of Applied Econometrics“ erscheint. Die Autoren, Harald Uhlig von der Universität Chicago und Andrew Mountford von der Universität London, analysieren anhand von US-Daten aus dem Zeitraum 1955 bis 2000, welche Auswirkungen verschiedene finanzpolitische Maßnahmen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP), den privaten Konsum, die Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen und andere volkswirtschaftliche Größen haben.

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Dabei unterscheiden sie drei Impulse: kreditfinanzierte Ausgabenprogramme, steuerfinanzierte Ausgabenprogramme und kreditfinanzierte Steuersenkungen. Mithilfe mathematisch-statistischer Methoden zeigen sie, dass kreditfinanzierte Steuersenkungen der wirkungsvollste Weg sind, die Konjunktur anzukurbeln.

Senkt die Regierung die Steuern, so steigen die Ausrüstungsinvestitionen, der private Konsum und das Bruttoinlandsprodukt sofort kräftig an. Nach drei Jahren erreicht der konjunkturelle Impuls seinen Höhepunkt. Danach flaut er allmählich wieder ab, bleibt aber insgesamt länger als fünf Jahre spürbar.

Gemessen am Gegenwartswert des kumulierten BIP-Zuwachses, ergibt sich eine Multiplikatorwirkung von fünf. Das heißt, jeder Dollar Steuersenkung löst mittelfristig einen kumulierten BIP-Zuwachs von rund fünf Dollar aus.

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Dagegen gehen von kreditfinanzierten staatlichen Ausgabenprogrammen nur schwache Impulse für den privaten Konsum und das BIP aus. Bereits nach vier Quartalen ebben die Wirkungen vollständig ab. Die Ausrüstungsinvestitionen gehen sogar zurück. Die Autoren erklären das damit, dass der Staat mit seinen Aktivitäten private Investitionen verdrängt.

Am wenigsten geeignet, die Konjunktur anzukurbeln, sind steuerfinanzierte Ausgabenprogramme. Diese mindern sowohl die Investitionen als auch den privaten Konsum. Schon ein halbes Jahr nach dem Start eines solchen Programms schrumpft die Wirtschaft, statt zu expandieren.

„Von allen denkbaren Alternativen sind kreditfinanzierte Steuersenkungen der beste Weg, die Konjunktur zu stimulieren“, urteilen die Autoren. Allerdings verhehlen sie auch nicht, dass damit die unschöne Nebenwirkung höherer Staatsschulden verbunden ist.

* Andrew Mountford, Harald Uhlig: What are the Effects of Fiscal Policy Shocks?, April 2008

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