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Verbraucherpreise: Inflation bleibt im Juli bei 1,7 Prozent

Der Anstieg der Verbraucherpreise blieb auch im Juli auf dem tiefen Stand des Vormonats. Preissteigerungen gab es vor allem bei Reisen, überdurchschnittlich teurer wurden Mehl und Zucker.

Das Institut für Wirtschaft Köln kam in seiner Studie zu dem Ergebnis, dass Löhne und Preise proportional gestiegen seien. 2011 bekam ein Arbeitnehmer für die geleistete Arbeitsstunde netto 45 Prozent mehr Lohn als vor 20 Jahren. Die Warenpreise seien im selben Zeitraum um 43 Prozent geklettert. Arbeitnehmer müssen dementsprechend für einen identischen Warenkorb heute genauso lange arbeiten wie zu Beginn der 1990er Jahre.

Bild: dpa/dpaweb

Verbraucher können aufatmen: Die Inflation in Deutschland bleibt vorerst moderat. Allerdings verhinderten steigende Energie- und Nahrungsmittelpreise einen weiteren Rückgang der Inflation im Juli. Die Lebenshaltungskosten erhöhten sich wie schon im Juni binnen Jahresfrist um 1,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte und damit vorläufige Zahlen bestätigte.

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Im Juni hatte die Rate mit 1,7 Prozent den niedrigsten Stand seit Ende 2010 erreicht. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Lebenshaltungskosten im Juli um 0,4 Prozent. In der Ferienzeit zogen vor allem die Preise für Pauschalreisen, Übernachtungen und Flugtickets kräftig an. Energie verteuerte sich im Juli um 4,4 Prozent zum Vorjahresmonat, Nahrungsmittel waren um 3,0 Prozent teurer.

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Die Inflationsangst ist im kollektiven Bewusstsein der Deutschen fest verankert. Deutsche Bürger klammern sich an beständige Werte, weil sie fürchten, dass ihr Geld zukünftig weniger wert ist.

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Deutlich mehr mussten die Verbraucher unter anderem für Obst (plus 6,9 Prozent) zahlen. Überdurchschnittlich starke Preissprünge gab es bei Mehl (plus 30,0 Prozent) und Zucker (plus 22,3 Prozent). Rechne man die schwankungsanfällige Entwicklung bei Energie und Nahrungsmitteln heraus, ergäbe sich für Juli eine Inflationsrate von 1,1 Prozent, erklärten die Statistiker. Die beiden Gütergruppen machen den Angaben zufolge knapp 20 Prozent der Ausgaben privater Haushalte aus.

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Im Mai war die Inflationsrate erstmals seit knapp eineinhalb Jahren wieder unter die kritische Marke von zwei Prozent gesunken. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht stabile Preise bei Werten von knapp unter zwei Prozent gewahrt. Volkswirte erwarten, dass die Lebenshaltungskosten wegen der höheren Lohnabschlüsse demnächst wieder zulegen könnten.

Auch die Geldpolitik der EZB könnte nach Ansicht vieler Ökonomen die Inflationsgefahr erhöhen. Die Währungshüter versuchen, mit Zinsen auf Rekordtief und Milliardenspritzen für Banken die Konjunktur zu stützen, die vor allem in den Euro-Krisenstaaten schwächelt.

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