Viele freie Jobs : Im November 2,72 Millionen ohne Arbeit

Viele freie Jobs : Im November 2,72 Millionen ohne Arbeit

, aktualisiert 27. November 2014, 10:12 Uhr

Trotz eingetrübter Konjunkturprognosen liegt die Arbeitslosigkeit in Deutschland auf dem niedrigsten Stand seit drei Jahren und ist kaum noch höher als Anfang der 1990er Jahre.

Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich nach Experteneinschätzung trotz flauer Konjunktur weiter robust. Mit 2,72 Millionen habe die Zahl der Erwerbslosen im November um rund 10.000 unter dem Oktober-Niveau gelegen, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Der Rückgang sei damit stärker ausgefallen als im Schnitt der vergangenen drei Jahre. Die Fachleute berufen sich dabei auf eigene Berechnungen. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Donnerstag bekanntgeben.

„Da zeigt sich die konjunkturelle Schwäche vom Sommer und im Herbst“, kommentiert etwa Steffen Henzel vom Ifo Institut. Der Rückgang im November hat nach Einschätzung der Volkswirte allein saisonale Gründe. So dürfte die außergewöhnlich milde Witterung die Entwicklung positiv beeinflusst haben, schätzt etwa Allianz-Volkswirt Rolf Schneider.

Aus diesen Gründen bekommt nicht jeder Arbeitslose auch Geld

  • Erwerbsphase

    Nicht jeder, der seinen Job verliert, hat auch einen Anspruch auf Arbeitslosengeld. Das entscheidende Schlagwort ist hier die Anwartschaftszeit, also wie lange jemand gearbeitet hat, bevor er Arbeitslosengeld in Anspruch nehmen möchte/muss. Die Regelanwartschaftszeit hat erfüllt, wer in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung mindestens zwölf Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden hat.

  • Art der Beschäftigung

    Wer zwar gearbeitet hat, aber nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt war, hat ebenfalls keinen Anspruch. Wer sich also schwarz etwas nebenher verdient hat, kann das nicht als reguläre Beschäftigung geltend machen.

  • Anspruch verbraucht

    Die Dauer des Arbeitslosengeldanspruchs beträgt sechs bis 24 Monate. Sie ist abhängig vom Lebensalter und der Dauer der vorherigen Versicherungspflichtverhältnisse (§ 147 Abs. 2 SGB III). Danach gilt der Anspruch auf Arbeitslosengeld als aufgebraucht, bis die vorangegangenen Bedingungen wieder erfüllt sind. Wer also zum Beispiel nach einem Jahr keinen neuen Job hat, kann das Arbeitslosengeld I nicht neu beantragen, sondern bekommt Arbeitslosengeld II.

  • Partner verdient genug

    Das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) ist einkommensabhängig (§ 9 Abs. 1 SGB II). Menschen, deren Partner beziehungsweise Partnerin ausreichend verdienen, um die Existenz beider zu sichern, haben keinen Anspruch darauf.

Trotz allem ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt nach Einschätzung der Fachleute weiterhin gut. „Es scheint so zu sein, dass der Arbeitsmarkt noch nicht betroffen ist, obwohl sich die Stimmung weiter eingetrübt hat“, erläuterte Stefan Kipar von der BayernLB. Die folgenden Monate bewerten die Experten aufgrund der konjunkturellen Entwicklung eher zurückhaltend. Auch der Mindestlohn, der von Januar an gilt, werde sich auf die Arbeitslosenzahlen auswirken, gaben sie zu bedenken.

Für Zuversicht sorgten unterdessen jüngste Daten der Bundesagentur zur Entwicklung der offenen Stellen. Derzeit suchten Betriebe in Deutschland soviel Personal wie zuletzt vor knapp drei Jahren, berichtete die BA am Mittwoch in Nürnberg. Gemessen am Stellenindex BA-X der Bundesagentur lag die Zahl der freien Jobs im November noch einmal über dem ohnehin schon hohen Oktober-Stand und nur knapp unter dem Rekordniveau vom Jahreswechsel 2011/2012, berichtete die Bundesbehörde.

Anzeige

Weitere Artikel

Die jüngste Entwicklung zeige, dass Firmen schon frühzeitig auf Fachkräfte-Suche gingen - unabhängig von der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, gab die Bundesagentur zu bedenken. Derzeit liege die Zahl der offenen Stellen in 80 Prozent der Branchen über dem Vorjahresniveau. Rund ein Drittel der angebotenen Jobs stammten von Zeitarbeitsfirmen. Gesucht würden qualifizierte Mitarbeiter außerdem im Einzelhandel, bei Bauinstallationsbetrieben sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.

Minijobs und Zeitarbeit sind dagegen in Deutschland weiter rückläufig, wie das Statistische Bundesamt Mittwoch mitteilte. Die Zahl der sogenannten atypisch Beschäftigten sank 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 71 000 auf 7,64 Millionen. Damit setzte sich nach Angaben der Statistikbehörde der bereits 2012 beobachtete Rückgang fort. Der Anteil dieser Beschäftigungsgruppe an allen Erwerbstätigen verringerte sich nach Berechnungen der Wiesbadener Statistiker binnen Jahresfrist leicht von 21,7 Prozent auf 21,4 Prozent.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%