Volkswirte: Im Januar wieder mehr als drei Millionen Arbeitslose

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Volkswirte: Im Januar wieder mehr als drei Millionen Arbeitslose

Es ist nicht mehr als eine psychologische Marke - trotzdem birgt sie immer mal wieder politischen Zündstoff: Im Januar wird erstmals wieder die Drei-Millionen-Grenze bei der Arbeitslosigkeit überschritten - und zwar deutlich, sind Experten überzeugt.

Das Winterwetter und andere Saisoneffekte haben nach Experteneinschätzung im Januar die Arbeitslosigkeit erstmals seit acht Monaten wieder über die Drei-Millionen-Marke steigen lassen. Zum Jahresbeginn seien in Deutschland 3,17 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit gewesen - und damit 300.000 mehr als im Vormonat und knapp 35.000 mehr als vor einem Jahr, berichten Konjunkturforscher und Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa in Nürnberg. Die Fachleute berufen sich dabei auf eigene Berechnungen. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur an diesem Donnerstag (30. Januar) bekanntgeben.

Der starke Anstieg der Arbeitslosenzahl im Januar sei aber nichts ungewöhnliches, betonen die Fachleute. Zum einen ruhe wegen des kühlen Winterwetters derzeit auf vielen Baustellen die Arbeit, neue Bauprojekte würden erst zum Frühjahr begonnen. „Das bekommen nicht nur die Baufirmen, sondern auch die Zulieferbetriebe zu spüren“, gab der Konjunktorforscher Steffen Henzel vom Münchner Ifo-Institut zu bedenken. Zudem trenne sich der Handel nach dem Weihnachtsgeschäft von Saisonkräften, von denen sich manche danach erst einmal arbeitslos meldeten. Auch endeten zum Jahresende viele befristeten Arbeitsverträge.

Euro-Krise Schlechte Noten für Europas Krisenländer

Marode Banken und wackelige Regierungen: Die Euro-Krise hat auch 2013 den Kontinent in Atem gehalten. Drei der acht Krisenländer fielen positiv auf – für die anderen hagelt es teils miese Noten.

Auch 2013 hat die Finanzkrise Europa in Atem gehalten. Welches der acht Krisenländer fiel positiv auf, welches negativ? Wir haben den Check gemacht und verteilen Zeugnisse. Quelle: WirtschaftsWoche Online


Unterschiedlich bewerten die Fachleute dagegen die Schubkraft der Konjunktur. Während Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld nach einem „durchwachsenen zweiten Halbjahr 2013“ derzeit noch keine Dynamik auf dem Arbeitsmarkt spürt, sieht DZ-Volkswirt Richard Holstein bereits erste positive Signale. Die würden sich mit dem von ihm erwarteten kräftigen Wirtschaftswachstum im ersten Quartal noch verstärken. Für das Gesamtjahr rechnet die DZ-Bank mit einem Wachstum des Bruttoinlandprodukts von 2,25 Prozent; das könnte im Jahresschnitt die Arbeitslosenzahl um mehr als 70.000 senken.

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Pessimistischer beurteilt hingegen Commerzbank-Experte Tuchtfeld die Lage: Er sorgt sich vor allem um die Investitionen, bei denen es nach seiner Beobachtung noch etwas „holpert“. Und da sich auch der bereits für das zweite Halbjahr 2013 erwartete Konjunkturaufschwung nun in die erste Jahreshälfte 2014 verschiebe, verzögere sich auch der Jobaufschwung. Bei einem von ihm erwarteten Wirtschaftswachstum von lediglich 1,7 Prozent werde die Zahl der Erwerbslosen Jahresschnitt 2014 sogar steigen - voraussichtlich um rund 10.000 auf 2,96 Millionen. Dabei fehle es derzeit keineswegs an Arbeitsplätzen. Das Problem sei, das viele Jobsucher nicht die Qualifikation für die ausgeschriebenen Stellen mitbrächten.

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