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Wachstumsprognose: Ein Konjunktur-Ruck geht durchs Schland

von Mark Fehr

Deutschland feiert eine Aufschwungsparty ohnegleichen. Was ist dran am neuen Wirtschaftswunder? Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Mark Fehr.

Im Bausektor wie in allen Quelle: dpa
Im Bausektor wie in allen anderen wichtigen Wirtschaftsbereichen signalisieren die Konjunkturprognosen und Verbraucherindizes eine deutliche Konjunkturaufhellung in Deutschland Quelle: dpa
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Wer hätte das gedacht? Nicht der Bankenstresstest beherrscht die aktuellen Wirtschaftsschlagzeilen, nein, deutsche Unternehmer und Verbraucher jubeln stattdessen über eine positive Konjunkturmeldung nach der anderen.

Die erste Stimmungsrakete startete Ende letzter Woche und versüßte Managern und Aktionären die sonst bangen Stunden vor Veröffentlichung der Stresscheck-Resultate für die großen europäischen Kreditinstitute: Deutschlands wichtigster Konjunkturindikator, der vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung erhobene Geschäftsklimaindex, hatte sich überraschend so stark verbessert wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr.

Der neueste ifo-Konjunkturtest signalisiert Höchststimmung auf breiter Front. In allen wichtigen Wirtschaftsbereichen wie Industrie, Bau, Handel und Dienstleistung schnellen die Erwartungen nach oben. Ebenso wächst die Zufriedenheit mit der aktuellen Geschäftslage.

Diese Woche legten auch die traditionell zurückhaltenden deutschen Verbraucher nach. Das Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK meldete eine deutliche Aufhellung des Konsumklimas und optimistischere Einkommenserwartungen.

Ebenfalls positiv fällt das aktuelle Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aus. Nach Schätzung der DIW-Experten dürfte die deutsche Wirtschaft im zweiten Vierteljahr um 1,1 Prozent zugelegt haben – ein Spitzenwert verglichen mit dem niedrigeren Wachstum in anderen Volkswirtschaften der Eurozone.

Jobwunder Deutschland

Jetzt erwarten Ökonomen einen weiteren Rückgang der saisonbereinigten Arbeitslosenzahlen, die am Donnerstag veröffentlicht werden. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hält in den nächsten Jahren sogar Vollbeschäftigung für möglich.

Ursachen, Chancen und Risiken des deutschen Jobwunders hatte die WirtschaftsWoche bereits vor einem Monat in ihrer Titelgeschichte „Jobwunder Deutschland“ analysiert.

Liegt die Krise nun wirklich hinter uns – und was ist dran am neuen deutschen Wirtschaftswunder? Unabhängig von den neuen Jubelzahlen erwarten Ökonomen zwar keinen Einbruch der Konjunktur, rechnen aber mit einer Verlangsamung der Aufwärtsdynamik im kommenden halben Jahr.

Der Aufschwung nährt sich zum großen Teil durch die in den vergangenen Monaten stark gestiegene Nachfrage seitens ausländischer Kunden, von denen etwa die deutsche Auto- und Chemieindustrie reichlich profitiert haben. Dieses Tempo kann die Weltwirtschaft allerdings nicht ununterbrochen durchhalten.

Fraglich ist, ob die Konsumenten für den Exportsektor in die Bresche springen, wenn die konjunkturelle Zugkraft des Außenhandels nachlässt. Die deutliche Entspannung am Arbeitsmarkt schlägt sich zwar in einer verbesserten Konsumstimmung nieder, muss aber nicht unbedingt in gleichem Maße zu harter Binnennachfrage führen.

Obwohl Vollbeschäftigung in den nächsten Jahren momentan möglich scheint, ist das keine Garantie für nachhaltiges Wachstum. In einer alternden Gesellschaft mag die Arbeitslosenquote wegen des ausgedünnten Fachkräftereservoirs außerordentlich sinken. Doch das nützt nichts, wenn junge Leute fehlen, um die offenen Stellen zu besetzen.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 29.07.2010, 17:15 UhrAnonymer Benutzer: Berater XRay

    Vollbeschäftigung? Die Kristallkugel von Herrn brüderle hat wohl einen Sprung.

  • 29.07.2010, 15:11 UhrAnonymer Benutzer: Schwiki

    Was ist ein Schland?

  • 29.07.2010, 12:08 UhrAnonymer Benutzer: Trollo

    "brüderle (FDP) hält in den nächsten Jahren sogar Vollbeschäftigung für möglich".
    Klar, denn die FDP wird dafür sorgen, dass dann aus den bereits jetzt ca. 21 % Geringverdienern über 50% werden. Den Rest besorgen die Statistik-Trickser aus Wiesbaden.

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