Wachstumsprognose: Finanzkrise verpasst Europa ein blaues Auge

Wachstumsprognose: Finanzkrise verpasst Europa ein blaues Auge

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EU-Währungskommissar Joaquin Almunia

Die Finanzkrise wirkt sich auf das Wachstum in der EU und in Deutschland aus: Die EU-Kommission senkt ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr. Die Kommissare hoffen, dass die zurzeit schwächelnde US-Konjuntur Ende 2008 wieder in Gang kommt.

Die Finanzmarktkrise und die hohen Ölpreise bremsen das Wachstum in Deutschland und in ganz Europa. Die deutsche Wirtschaft dürfte im laufenden Jahr nur noch um 1,6 Prozent wachsen, sagte EU-Währungskommissar Joaquín Almunia am Donnerstag in Brüssel. Das ist ein halber Prozentpunkt weniger als noch im vergangenen November vorhergesagt. „Wir leben in einer schwierigen Phase“, sagte Almunia. „Die Finanzmarktturbulenzen dauern länger als von uns erwartet.“

Die Kommission erwartet für die gesamte EU mit 27 Staaten ein Plus von 2,0 Prozent. Brüssel nahm damit die bisherige Prognose um 0,4 Prozentpunkte zurück. Im vergangenen Jahr war die EU um 2,9 Prozent gewachsen. Besonders kritisch sieht 2008 die Lage in Italien aus; dort wird die Wirtschaft gerade mal um 0,7 Prozent zulegen.

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In Deutschland sei die Binnennachfrage durch die hohe Inflation gebremst worden, sagte Almunia. Der starke Euro drücke auf die Ausfuhren. Bei der Export-Wettbewerbsfähigkeit stehe Deutschland aber vergleichsweise gut da. „Die deutschen Wirtschaftsdaten bleiben gut und stark.“

Hohe Energie- und Nahrungsmittelpreise heizen in der EU die Inflation an. In der Eurozone wird ein Durchschnittswert von 2,6 Prozent erwartet. Damit ist keine Preisstabilität gewährleistet. Eine Rückkehr auf normale Werte werde frühestens Ende des Jahres erwartet. Dann soll auch nach Einschätzung der Brüsseler Experten die für die Weltwirtschaft wichtige US-Konjunktur wieder anziehen.

Die Finanzkrise trifft die europäischen Banken hart. Die französische Großbank Societe Generale beispielsweise hat am Donnerstag vor weiteren Abschreibungen gewarnt. Angesichts der schwierigen Situation am Kreditmarkt sei dies nicht auszuschließen. Das zweitgrößte französische Geldhaus musste schon im Zuge seines milliardenschweren Handelsskandals einen Rekordverlust einstecken. Der Händler Jerome Kerviel soll mit unerlaubten Börsenspekulationen der Bank einen Schaden von 4,9 Milliarden Euro zugefügt haben.

Während die einen unter der Krise leiden, scheint sie den anderen eher wenig auszumachen. Wie der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) bekannt gab, haben Beteiligungsfirmen im vergangenen Jahr in Deutschland soviel investiert wie seit sechs Jahren nicht mehr. Das Investitionsvolumen stieg demnach um rund 13 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro. Grund war ein starker Zuwachs der Übernahmen, die rund 80 Prozent der gesamten Investments ausmachen.

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