Wachstumsprognosen: OECD senkt deutsche Aussichten deutlich

Wachstumsprognosen: OECD senkt deutsche Aussichten deutlich

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Die OECD sieht dunkle Wolken über Deutschland heranziehen und senkt seine Wachstumsprognose für die Bundesrepublik.

Die OECD blickt deutlich skeptischer auf die globale Konjunktur. Die Organisation senkte am Donnerstag ihre Wachstumsprognosen für Weltwirtschaft, USA und Euro-Zone teilweise deutlich - für Deutschland.

Angesichts der Konjunkturabkühlung in vielen Schwellenländern hat die OECD ihre Wirtschaftsprognose erneut gesenkt. Für dieses Jahr rechnen die Experten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nur noch mit einem weltweiten Wachstum von drei Prozent, wie es in einem am Donnerstag veröffentlichten Zwischenbericht heißt. Das sind 0,3 Prozentpunkte weniger als im halbjährlichen Wirtschaftsausblick der Organisation vom November. Auch für Deutschland und die Eurozone sind die Experten weniger optimistisch als vor drei Monaten.

Die globale Konjunktur dürfte im nächsten Jahr um 3,3 Prozent. Noch im November hatte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für 2016 ein Plus von 3,3 Prozent veranschlagt und für 2017 ein Wachstum von 3,6.

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Konjunkturindikatoren

  • ZEW-Konjunkturerwartungen

    Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

  • ifo-Index

    Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

  • Einkaufsmanagerindex

    Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

  • Geldmenge (M1)

    Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

     

  • Baltic Dry Index (BDI)

    Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

  • GfK-Konsumklimaindex

    Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

     

Der deutschen Wirtschaft traut die OECD in diesem Jahr nur noch ein Wachstum von 1,3 (bisher: 1,8) Prozent zu, das sich im nächsten Jahr auf 1,7 (bisher: 2,0) erhöhten dürfte. Die OECD bezieht sich in ihrer Prognose auf das Bruttoinlandsprodukt, das um die unterschiedliche Zahl der Arbeitstage bereinigt ist. In dieser Rechnung war die deutsche Wirtschaft 2015 um 1,4 Prozent gewachsen. Unbereinigt hatte es mit 1,7 Prozent das größte Plus seit 2011 gegeben.

Wegen schwacher Daten bei Handel, Investitionen und Lohnwachstum rief die OECD die Politik weltweit auf, dringend für mehr Wirtschaftswachstum zu sorgen. "Die Geldpolitik kann die Arbeit nicht allein machen." Vor allem Länder mit finanziellem Spielraum sollten mit öffentlichen Ausgaben Infrastrukturprojekte anschieben.

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