Weblog Boom and Bust: Globaler Kurswechsel in der Geldpolitik

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Kolumne

Rund um den Globus nehmen die Zentralbanken den Kampf gegen die Inflation auf. Das ist notwendig und richtig – auch wenn es kurzfristig Konjunktur und Aktienmärkte belastet.

So schnell kann es gehen. Gerade mal ein paar Monate ist es her, da konzentrierten sich die Notenbanker in den USA und Europa nur darauf, einen Kollaps der Finanzmärkte und einen Absturz der Konjunktur zu verhindern. Mit drastischen Zinssenkungen eilte die US-Notenbank Fed den Banken und Aktienmärkten zu Hilfe, um sie vor dem Abwärtsstrudel des kollabierenden amerikanischen Immobilienmarktes zu retten. In Europa verzichtete die Europäische Zentralbank (EZB) auf Zinserhöhungen, die sie vor Ausbruch der Krise fest ins Auge gefasst hatte. Rund um den Globus pumpten die Währungshüter massiv Liquidität in die Wirtschaft, um der Schockstarre an den Geldmärkten entgegen- zuwirken. Warnungen vor den inflationären Folgen dieser superexpansiven Geldpolitik wurden mit Hinweis auf die Notfallsituation vom Tisch gewischt.

Doch nun hat sich der Wind gedreht. Anfang Juni kündigte EZB-Chef Jean-Claude Trichet an, den Euro-Leitzinssatz im Juli zu erhöhen, um den zunehmenden Inflationserwartungen entgegenzuwirken (siehe Grafik). Wenige Tage später legte Fed-Chef Ben Bernanke nach und erklärte, die Fed werde alles tun, um die langfristigen Inflationserwartungen fest zu verankern. Die Teilnehmer an den Finanzmärkten rechnen nun damit, dass die Fed ihren Leitzins bereits im Herbst dieses Jahres anheben wird. In vielen Schwellenländern sind die Notenbanken schon vor Monaten auf einen Antiinflationskurs eingeschwenkt. In Indien, Brasilien, Russland, China und Südafrika haben sie angesichts zum Teil zweistelliger Inflationsraten die geldpolitischen Zügel kräftig angezogen.

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Es wird höchste Zeit, dass Fed und EZB ihnen folgen. Das gilt vor allem für die USA, wo der kurzfristige Realzins mit minus zwei Prozent weit im negativen Bereich liegt. Er wirkt nicht nur der notwendigen Korrektur der noch immer viel zu niedrigen Sparquote entgegen, sondern fördert auch die Tendenz zu Fehlinvestitionen.

Der globale Trend zur geldpolitischen Straffung ist daher zu begrüßen. Zwar dürften höhere Zinsen die Aktienmärkte und die Konjunktur zunächst belasten. Mittelfristig aber verhindern sie, dass sich neue Investitionsblasen bilden. Zudem bremsen sie die Inflation – und schaffen so wieder ein solides Fundament für die Weltwirtschaft.

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