Weblog Boom and Bust: Reinigendes Gewitter für die Wirtschaft

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Prognose des BIP-Wachstums in Deutschland

Rund um den Globus geht die Angst vor Rezessionen um. Dabei sind sie unerlässliche Bestandteile eines jeden Konjunkturzyklus. Sie zu verhindern, rächt sich bitter.

Es ist wieder da, das hässliche R-Wort. Keine Konjunkturprognose, kein Börsenbericht, in denen derzeit nicht über die Gefahr einer Rezession spekuliert wird. Das gilt auch für Deutschland. Angesichts der enttäuschenden Wirtschaftsdaten der vergangenen Wochen rechnen Experten damit, dass das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal geschrumpft ist (siehe Grafik).

Der Schrecken, den das Wort Rezession verbreitet, erklärt sich aus seiner Bedeutung (lat.: recedere = zurückgehen). Tatsächlich ist die Rezession die Phase des Zyklus, in der es gilt, Ansprüche zurückzunehmen: Wenn die Wirtschaft schrumpft, fallen die Gewinne, die Beschäftigung geht zurück, die Einkommen sinken und die Steuerquellen versiegen. Trotzdem sind Rezessionen ein unerlässlicher Bestandteil eines jeden Konjunkturzyklus, wie der große Nationalökonom Gottfried Haberler bereits in seinem 1937 erschienenen Werk „Prosperität und Depression“ erkannte. Nach den Exzessen des Booms wirken Rezessionen wie ein reinigendes Gewitter auf die Wirtschaft.

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Reichlich Exzesse in den vergangenen Jahren

In den vergangenen Jahren hat es reichlich Exzesse gegeben. Weltweit haben die Zentralbanken die geldpolitischen Zügel schleifen lassen und so eine der größten Kredit- und Immobilienblasen aller Zeiten aufgepumpt. Dass diese Blasen nun platzen, die Häuserpreise kollabieren und die Wirtschaft auf Talfahrt geht, ist eine unvermeidliche Gegenreaktion auf die vorangegangenen Exzesse.

Doch statt den Selbstreinigungskräften des Marktes freien Lauf zu lassen, stellen sich die Regierungen und Notenbanken ihnen in den Weg. Welch fatale Folgen das hat, zeigen die vergangenen Jahre. Um die Wirtschaft nach dem Platzen der New-Economy-Blase Anfang dieses Jahrzehnts zu retten, hatte die US-Notenbank die Zinsen zu lange auf zu niedrigem Niveau gehalten – und so die Grundlage für die folgende Kredit- und Immobilienblase gelegt. Jetzt droht die Fed den gleichen Fehler erneut zu begehen – und nährt damit die Spekulationen an den Rohstoffmärkten.

Auch Deutschland könnte von der Karthasis einer Rezession profitieren. Denn sie würde die Politik endlich unter Druck setzen, den mit der Agenda 2010 begonnen Reformkurs fortzusetzen – statt immer neue Umverteilungsprogramme auszubrüten.

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