Weblog Boom and Bust: Wann platzt die Obama-Erwartungsblase?

kolumneWeblog Boom and Bust: Wann platzt die Obama-Erwartungsblase?

Kolumne

Auch der neue Präsident wird die US-Rezession nicht verhindern können. Im schlimmsten Fall könnte die US-Wirtschaft für Jahre als globale Konjunkturlokomotive ausfallen.

Erderwärmung? Explodierende Schulden? Irak-Krieg? Nichts von alledem hat für den künftigen US-Präsidenten derzeit so viel Bedeutung wie die Krise der amerikanischen Wirtschaft. Die kurzfristig wichtigste Aufgabe sei der Kampf gegen die Rezession, sagte Barack Obama in seinem ersten Fernsehinterview nach der Wahl. Fast scheint es, als trauten Amerika und die ganze Welt dem charismatischen 47-Jährigen neben vielem anderen tatsächlich auch die Rettung vor dem ökonomischen Absturz zu.

Leider könnte diese Erwartungsblase ziemlich bald nach Obamas Amtsantritt am 20. Januar mit lautem Knall platzen. Wenn das letzte Konfetti niedergerieselt ist, beginnt für Obama der graue ökonomische Alltag. Und der sieht so aus:

Anzeige

Die Unternehmen fahren massiv ihre Ausrüstungsinvestitionen zurück. Mit 76,4 Prozent liegt die Kapazitätsauslastung fast fünf Punkte unter dem Schnitt der letzten 35 Jahre. Im ersten Quartal 2009 dürfte das BIP um 1,1 Prozent sinken. Während die Finanzkrise weiter schwelt, hat die Geldpolitik aber bei einem Leitzins von 1,0 Prozent kaum noch Spielraum. Ökonomen rechnen damit, dass die Notenbank in einem letzten Verzweiflungsschritt die Zinsen auf 0,25 Prozent herunterfährt. Danach kann die Fed nur noch zugucken. Als wichtigste Säule der US-Konjunktur steht der Konsum vor einem langen Tal der Tränen. Die Haushalte sind massiv überschuldet, das Immobilienvermögen schrumpft. Das Verbrauchervertrauen liegt auf dem niedrigsten Stand seit 1967. Anders als die Deutschen haben die US-Bürger nichts auf der hohen Kante, dass sie für einen neuen Pkw oder Einbauschrank flüssigmachen könnten – die Sparquote liegt unter zwei Prozent. Dass die Arbeitslosenquote auf den höchsten Stand seit 14 Jahren geklettert ist, dürfte die Kauflust auch kaum anregen. Weil die Bevölkerung in den USA wächst, müssten derzeit theoretisch jeden Monat 120 000 neue Jobs geschaffen werden, um die Arbeitslosenquote im Trend konstant zu halten.

Für viele Experten ist das kein normaler Abschwung im Konjunkturzyklus, sondern eine tiefe Strukturkrise, die den USA über Jahre hinweg unterdurchschnittliche Wachstumsraten bescheren könnte – und Obama die möglicherweise größte Herausforderung seiner Amtszeit.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%