Weiter sinkende Arbeitslosigkeit: DIHK-Präsident Braun: Keine Rezession in Deutschland

Weiter sinkende Arbeitslosigkeit: DIHK-Präsident Braun: Keine Rezession in Deutschland

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DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun

Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung von DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun trotz des gesunkenen Bruttosozialprodukts im zweiten Quartal nicht in eine Rezession rutschen.

„Die deutsche Wirtschaft ist stark aufgestellt und kann die weltweite konjunkturelle Abschwächung vergleichsweise gut verkraften“, sagte Braun der WirtschaftsWoche. „Eine Rezession sehe ich nicht, trotz des leichten Rückgangs im zweiten Quartal. Ich rechne weiterhin mit um die zwei Prozent Wirtschaftswachstum für 2008.“ Auch 2009 erwartet Braun noch ein Plus der deutschen Wirtschaft. „Das Wachstum dürfte nicht ganz so gut ausfallen, aber ich erwarte keine Rezession. Der Maschinenbau läuft weiterhin gut, insbesondere die Nachfrage der Schwellenländer Brasilien, Indien und China ist ungebrochen.“

Anders als nach dem Platzen der New-Economy-Blase sei diesmal die Substanz der Unternehmen gut. „Zwar kriseln die Finanzmärkte, aber die reale Substanz der Unternehmen ist heute größer“, unterstreicht Braun. „Außerdem sprudeln die Steuereinnahmen in unseren Kommunen, sodass lange aufgeschobene Investitionen in die Infrastruktur jetzt angepackt werden können. Davon profitiert vor allem der Tiefbau.“ Die schwache Binnennachfrage mache sich allerdings in Handwerk und Handel bemerkbar.

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DIHK: Arbeitslosigkeit sinkt 2009 um weitere 200.000

Der DIHK-Präsident rechnet darüber hinaus mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosenzahlen im nächsten Jahr. In der WirtschaftsWoche erklärte Braun: „In diesem Jahr dürfte die Arbeitslosenzahl allenfalls vorübergehend unter drei Millionen sinken, im Jahresdurchschnitt aber wird sie bei rund 3,3 Millionen liegen. Für 2009 rechne ich mit einem weiteren Rückgang um bis zu 200.000. Damit ist der jahrzehntelange Trend einer ständig steigenden Sockelarbeitslosigkeit gebrochen. Die Abschwächung der Konjunktur muss diesmal Millionen Beschäftigten keine Existenzangst mehr machen.“

Braun fordert in der WirtschaftsWoche eine Senkung des Betragssatzes zur Arbeitslosenversicherung von derzeit 3,3 Prozent „um weitere 0,6 oder 0,7 Prozentpunkte“ auf dann 2,6 bis 2,7 Prozent. Braun: „Das bringt etwas mehr Kaufkraft und erleichtert Neueinstellungen.“ Damit ließe sich auch der Beitragsschock neutralisieren, der bei der gesetzlichen Krankenversicherung zum Jahresende wegen der Einführung des Gesundheitsfonds drohe.

Braun fordert Sozialarbeiter für Schüler

Die Wirtschaft fordert verstärkte Anstrengungen, um die Qualität der Schulabgänger zu verbessern. Weil die „Elternfähigkeit dramatisch nachgelassen hat“, so DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun in einem Interview mit der WirtschaftsWoche, „brauchen wir vor allem mehr Mentoren und Sozialarbeiter.“

Daneben plädiert Braun auch „für flächendeckende Ganztagsschulen, damit alle Kinder wenigstens von 8 bis 16 Uhr die Chance auf eine ordentliche pädagogische Betreuung haben“. Für den DIHK-Präsidenten handelt es sich hier um eine „der wichtigsten bildungs- und wirtschaftspolitischen Aufgaben der Zukunft“.

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