Weltwirtschaft: Die USA stehen vor einer Geldschwemme

Weltwirtschaft: Die USA stehen vor einer Geldschwemme

von Malte Fischer

Mach's nochmal, Ben: Die US-Notenbank bläht mit dem weiteren Ankauf von Staatsanleihen die Geldmenge gefährlich auf.

Anfang nächster Woche entscheiden die Mannen um Ben Bernanke, dem Chef der amerikanischen Notenbank Fed, ob sie die Notenpresse wieder anwerfen wollen. Die Fed würde dann erneut US-Staatsanleihen kaufen und im Gegenzug Zentralbankgeld in das Bankensystem pumpen. Bereits Ende 2008, als die Wirtschaft nach der Lehman-Pleite am Rand der Depression stand, hatte die Fed Staatsanleihen und andere Wertpapiere für mehr als 1750 Milliarden Dollar gekauft.

Den erneuten Kauf von Wertpapieren begründet sie mit der schlechten wirtschaftlichen Lage. Die schwache Binnennachfrage und die hohe Arbeitslosigkeit könnten Amerikas Wirtschaft in die Deflation treiben, fürchten die Notenbanker.

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Mit dem Kauf von Staatsanleihen wollen die US-Währungshüter die Wirtschaft über zwei Kanäle ankurbeln. Niedrige Effektivzinsen sollen einmal Investitionen und privaten Verbrauch ankurbeln, die Attraktivität von Dollar-Anlagen schmälern, den Greenback so auf Talfahrt schicken und die Exporte beflügeln. Zweitens soll die zusätzliche Liquidität die Kreditvergabe ankurbeln und das Geldmengenwachstum erhöhen. Damit will die Fed verhindern, dass die Wirtschaft in die Deflation rutscht.

Für die Anleihekäufe bieten sich der Fed mehrere Strategien. Eine Möglichkeit besteht darin, die Märkte mit einem Ankaufvolumen von mehr als 1000 Milliarden Dollar zu überraschen. Diese Dosis dürfte ihre Wirkung auf Kurse und Zinsen nicht verfehlen. Allerdings läuft die Fed so Gefahr, neue Spekulationsblasen aufzupumpen.

Einige Mitglieder der Fed fordern daher, Bonds zeitlich abgestuft in kleinen Häppchen von je 100 bis 200 Milliarden Dollar zu kaufen. So blieben die Volumina je nach Konjunkturverlauf flexibel. Allerdings ist fraglich, ob dies ausreicht, um Kurse und Zinsen zu bewegen.

Später Aufstocken

Die Ökonomen der US-Investmentbank Goldman Sachs rechnen daher damit, dass die Währungshüter in einem ersten Schritt 500 Milliarden Dollar für den Kauf von Anleihen in die Hand nehmen, um Wirkungen zu erzeugen. Später werde die Fed das Ankaufprogramm dann auf mehr als 1000 Milliarden Dollar aufstocken.

Eine stärkere Wirkung könnte die Notenbank erzielen, wenn sie ankündigte, die Zinsen für Staatsanleihen unterhalb einer festgelegten Obergrenze zu halten. Je niedriger die Marke, desto mehr Anleihen müsste die Fed kaufen, um sie zu verteidigen.

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