Weltwirtschaft: Gefahr für Deutschlands Konjunktur

Weltwirtschaft: Gefahr für Deutschlands Konjunktur

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ARCHIV: Trader schauen sich am Parkett der New York Stock Exchange (NYSE) ein Fernsehinterview mit dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Boerse AG, Reto Francioni, an (Foto vom 07.05.10). Nichts weniger als den groessten Boersenkonzern der Welt wollen die Chefs von Deutscher Boerse und der New York Stock Exchange (NYSE), besser bekannt als "Wall Street", schaffen. Francioni und Duncan Niederauer, der Geschaeftsfuehrer der NYSE, koennen in dieser und der kommenden Woche einen entscheidenden Schritt zu diesem Ziel gehen: Am Donnerstag (07.07.11) sollen die Anteilseigner der NYSE ihre Zustimmung geben, am Mittwoch (13.07.11) darauf endet die Annahmefrist fuer die Aktionaere der Deutschen Boerse. (zu dapd-Text) Foto: Richard Drew/AP/dapd

von Lothar Schnitzler und Malte Fischer

Börsencrash, Euro-Krise, US-Schuldendrama – die Weltwirtschaft muss immer neue Schocks verkraften. Schon befürchten Experten eine neue Wirtschaftskrise – auch in Deutschland.

In Bayern ist die Welt noch in Ordnung. In den Hallen der Augsburger Kuka AG, einem Hersteller von Industrierobotern, laufen die Maschinen auf Hochtouren. "Wir haben den Umsatz im ersten Halbjahr um 38 Prozent gesteigert", freut sich Firmenchef Till Reuter. Dank hoher Auftragsbestände sei die Belegschaft noch für mindestens sieben Monate voll ausgelastet. 2012 will das Unternehmen mit mittleren einstelligen Raten weiterwachsen.

Bombig läuft es auch für Bernhard Helbing, geschäftsführender Gesellschafter des Fensterbauers TMP aus Bad Langensalza in Thüringen. "Wir hatten zur Urlaubssaison in den vergangenen Jahren noch nie so viel zu tun wie jetzt", sagt Helbing. Das Orderbuch des Mittelständlers ist prall gefüllt, die Produktion auf Wochen gesichert. Die 240 Mitarbeiter fahren Sonderschichten. Auch die Chefs anderer namhafter Unternehmen in Deutschland blicken überwiegend zuversichtlich in die Zukunft.

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Die Boom-Zeiten dürften bald vorbei sein

Deutschland im ewigen Wirtschaftsboom? Schön wär’s. Die Zeiten kräftig wachsender Gewinne und steigender Beschäftigung dürften bald vorbei sein. Die Börsen nehmen das bereits vorweg. Aufgeschreckt von schlechten Konjunkturdaten aus Amerika und China sind die Kurse auf Talfahrt gegangen. Panikartig haben die Händler in der vergangenen Woche Aktien auf den Markt geworfen.

Nicht nur die Angst vor einem Rückfall der Weltwirtschaft in die Rezession hat die Börsen fest im Griff. Auch die Staatsschuldenkrise, die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA sowie die Sorgen um ein mögliches Auseinanderbrechen der Euro-Zone verschrecken die Anleger und verdüstern den Konjunkturhimmel.

Kaum Spielraum für die Regierungen

In der vergangenen Woche sah sich die Europäische Zentralbank (EZB) gezwungen, in großem Umfang italienische und spanische Staatsanleihen zu kaufen, um deren Kurse zu stützen. Zuvor hatten Befürchtungen, beide Länder könnten bald auf Hilfe des Euro-Rettungsfonds angewiesen sein, die Zinsen ihrer Staatsanleihen in die Höhe schnellen lassen.

Stürzt die Weltwirtschaft tatsächlich in die Rezession, hätte das verheerende Folgen. Weil die meisten Regierungen wegen der hohen Staatsschulden kaum noch Spielraum haben, der Konjunktur mit kreditfinanzierten Ausgabenprogrammen unter die Arme zu greifen, steigt der Druck auf die Notenbanken. Sie müssten die Wirtschaft mit zusätzlicher Liquidität über Wasser halten. Doch der Versuch, die durch zu viel Geld und Kredit ausgelöste Krise mit noch mehr Geld einzudämmen, ist zum Scheitern verdammt: Der Weltwirtschaft drohen dann neue Spekulationsblasen, Protektionismus und Inflation. Die Krise wird zur Dauerveranstaltung.

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