Weltwirtschaft: IWF warnt vor schweren Schäden

Weltwirtschaft: IWF warnt vor schweren Schäden

Das Wirtschaftswachstum in aller Welt stockt. Der Internationale Währungsfonds muss seine Prognose erneut nach unten korrigieren - und warnt: Die Politik dürfe keinesfalls mit Marktabschottung antworten.

Angesichts einer weltweiten Wachstumskrise hat der Internationale Währungsfonds (IWF) die Regierungen rund um den Globus zum Handeln aufgerufen. „Die zurückhaltenden Aussichten erfordern sofortiges, proaktives Handeln“, sagte IWF-Chefökonom Maurice Obstfeld. Regierungen in aller Welt müssten die Risiken, denen sie gemeinsam gegenüberstehen, erkennen. „Dann könnte es substanziell positive Effekte geben“, betonte Obstfeld. Keinesfalls dürften sich jedoch Tendenzen zur Abschottung der Märkte ausbreiten.

Die Aussichten für die Weltwirtschaft trüben sich der neuesten IWF-Prognose zufolge weiter ein. Die globale Wirtschaftsleistung wird in diesem Jahr nur um 3,2 Prozent und im kommenden Jahr nur um 3,5 Prozent wachsen, schätzt der IWF in seiner am Dienstag in Washington vorgestellten Frühjahrsprognose.

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Politische Unsicherheiten zählten zu den größten Risiken, denen sich die Weltwirtschaft gegenübersehe. Dazu gehörten nicht nur militärische Konflikte. Auch das Juni-Referendum über einen möglichen EU-Austritt Großbritanniens erhöhe bereits jetzt die Anspannung.

Brexit und die EU Wie Cameron um Stimmen junger Briten buhlt

In Exeter wirbt der britische Premier um die Stimmen der 18- bis 24-Jährigen. Denn sie sind es, die einen Brexit und eine Niederlage der Europa-Befürworter wie in den Niederlanden verhindern können.

Der britische Premierminiter David Cameron wirbt bei Studenten um jede Stimme. Quelle: AP

„Ein „Brexit“ kann zu erheblichen regionalen und weltweiten Schäden führen, indem er traditionelle Handelsbeziehungen unterbricht„, sagte Obstfeld. Die politische Diskussion - auch im US-Wahlkampf - richte sich zunehmend nach innen und drohe in Protektionismus zu münden.

Im Januar hatte der IWF noch ein weltweites Wachstum von 3,4 Prozent für 2016 und von 3,6 Prozent für 2017 vorhergesagt. Grund für das nun abgeschwächte Plus seien Probleme in Schwellen- und Entwicklungsländern sowie politische Unsicherheiten.

China, Russland, Brasilien - die einstigen Hoffnungsträger und Wachstumstreiber sind inzwischen zu Problemländern für die Weltwirtschaft geworden. Einige weitere Schwellenländer, darunter Russland, hat der niedrige Ölpreis in die Problemzone getrieben. Aber auch Japan kämpft mit erheblichen Wachstumsproblemen - im nächsten Jahr könnte es sogar leicht ins Minus gehen.

Für die Eurozone wie auch für Deutschland sagt der IWF für das laufende Jahr ein moderates Wachstum von 1,5 Prozent voraus - in Europa gebremst von weiterhin hoher Arbeitslosigkeit und geringer Investitionslust. In den USA, der größten Volkswirtschaft der Welt, wird ein Wachstum von stabilen 2,4 Prozent prognostiziert.

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