Wirtschaft: IW-Chef Hüther: Trotz Krise kein massiver Jobabbau

Wirtschaft: IW-Chef Hüther: Trotz Krise kein massiver Jobabbau

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Michael Hüther, Direktor und Mitglied des Präsidiums des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln

Der wirtschaftliche Abschwung wird vorerst keine massive Vernichtung von Arbeitsplätzen nach sich ziehen. Laut Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, werde der Arbeitsmarkt erst mit einer Verzögerung von rund sechs Monaten auf den konjunkturellen Einbruch reagieren.

Aber auch danach erwartet der Ökonom keine drastischen Kürzungen bei den Stammbelegschaften. Unternehmen könnten es sich aber heutzutage wegen des eskalierenden Fachkräftemangels nicht mehr leisten, viel Personal zu entlassen. Hüther: „Wer bis aufs Skelett abmagert, kann im nächsten Aufschwung nicht mehr mithalten. Das gilt vor allem im High-Tech-Bereich.“ Als Reaktion auf den konjunkturellen Abschwung erwartet Hüther, dass die Betriebe zunächst ihre Überstunden zurückfahren und Arbeitszeitkonten ausgeglichen werden. Zu den Verlierern der Konjunkturschwäche zählen allerdings die Zeitarbeiter:„Die Anpassung wird über einen spürbaren Abbau der Zeitarbeitskräfte verlaufen, die in den vergangenen Jahren massiv aufgestockt wurden“, prognostiziert Hüther im Gespräch mit der Wirtschaftswoche. Auch sieht der IW-Chef bei einem längeren Anhalten der Flaute die Gefahr, dass viele Betriebe „befristete Verträge nicht verlängern oder Vollzeit- in Teilzeitstellen umwandeln.“

Große Sorgen bereiten Hüther die anstehenden Tarifrunden, etwa in der Metallindustrie. Gegenüber der WirtschaftsWoche sagte er: „Hier werden die Pflöcke für das wirtschaftlich schwächere Jahr 2009 eingeschlagen. Forderungen von lokalen Gewerkschaften bis zu neun Prozent liegen fernab meiner Vorstellungskraft.“ Er appelliert an die Gewerkschaften, von überzogenen Forderungen abzusehen, um die schlechte Stimmung in der Wirtschaft nicht zusätzlich zu belasten: „Sonst sind doch bald viele Jobs bedroht.“ Kritik übt Hüther auch an der großen Koalition, weil sie die Hartz-Reformen der Regierung Gerhard Schröder zurückgedreht statt vorangebracht habe: „Das wird sich spätestens 2009 rächen.“

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