Wirtschaftsausblick: Konjunkturindikator bricht ein

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Wirtschaftsausblick: Konjunkturindikator bricht ein

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Die deutsche Wirtschaft wird von der Euro-Krise ausgebremst.

Auf die deutsche Wirtschaft kommen harte Monate zu. Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten sind so stark eingebrochen wie seit fast 15 Jahren nicht mehr.

Die eskalierende Schuldenkrise lässt Börsen-Experten um den Aufschwung in Deutschland bangen. Deren Konjunkturerwartungen für die kommenden sechs Monate brachen im Juni so stark ein wie seit fast 15 Jahren nicht mehr. Das Barometer fiel um 27,7 Punkte auf minus 16,9 Zählern. „Es handelt sich um den stärksten Rückgang des Indikators seit Oktober 1998“, teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu seiner Umfrage unter 274 Anlegern und Analysten mit. Erwartet worden war lediglich eine Eintrübung auf plus 4,0 Punkte. „Die Risiken einer markanten Konjunkturabschwächung in wichtigen Handelspartnerländern sind unübersehbar“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. „Hinzu kommt die nach wie vor brenzlige Lage im Euroraum.“ An letzterem habe auch der Wahlsieg der Spar-Befürworter in Griechenland nichts geändert. „Das Votum der griechischen Wähler verschafft uns eine kurze Atempause - nicht mehr und nicht weniger“, sagte der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen.

Serie schlechter Nachrichten reißt nicht ab

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Auch die Lage bewerteten die Experten schlechter: Dieses Barometer fiel um 10,9 auf 33,2 Zähler. Ökonomen hatten 39,8 Zähler vorhergesagt. Die ZEW-Umfrage reiht sich in die Serie schlechter Konjunkturdaten ein. Zuletzt waren sowohl die Exporte als auch die Produktion und die Industrieaufträge gefallen. Auch der als zuverlässigster Konjunkturindikator geltende Ifo-Index fiel erstmals nach sechs Monaten. „Deutschland ist nicht immun gegen die Krise“, sagte BHF-Ökonom Peter Meister. Das sehen andere Experten genauso. „Deutschland wird zwar nicht zurück in die Rezession fallen, denn dazu ist die Binnennachfrage zu robust“, sagte Citigroup-Experte Jürgen Michels. „Aber es dürfte nur zu einem schwachen Wachstum reichen.“ Das öffne der Europäischen Zentralbank die Tür, ihren Leitzins von aktuell 1,0 Prozent schon im Juli auf ein Rekordtief zu senken.

Die ZEW-Prognose reiht sich ein in eine ganzer Reihe schlechter Konjunkturausblicke. So warnte zuletzt auch die Bundesbank vor wachsenden Konjunkturrisiken. „Die Unsicherheit über die weitere konjunkturelle Entwicklung in Deutschland hat in den letzten Wochen erkennbar zugenommen“, schriebt sie in ihrem Monatsbericht. „Insgesamt spricht das aktuelle Indikatorenbild aber nicht gegen die Erwartung, dass nach einem schwächeren Frühjahrsquartal die gesamtwirtschaftliche Dynamik in der zweiten Jahreshälfte allmählich wieder anziehen könnte.“ Die Bundesbank erwartet in diesem Jahr ein Wachstum von 1,0 Prozent, das sich 2013 auf 1,6 Przent beschleunigen soll. Die Wirtschaft der Euro-Zone dürfte in diesem Jahr schrumpfen. Etwa 40 Prozent der deutschen Exporte gehen in die Währungsunion. Sorgen bereitet den deutschen Unternehmen, dass sich auch in den boomenden Schwellenländern eine Konjunkturabkühlung abzeichnet. China wird Prognosen zufolge in diesem Jahr so langsam wachsen wie seit 1999 nicht mehr. Gelassen haben Investoren auf den unerwartet schwachen ZEW-Index reagiert. Der Dax gab zwar kurzfristig Gewinne ab, notierte aber relativ schnell wieder 0,4 Prozent höher bei 6271 Punkten. Der Euro hielt sich um 1,26 Dollar.

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