Wirtschaftsbericht: Weltbank warnt vor globaler Finanzkrise

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Wirtschaftsbericht: Weltbank warnt vor globaler Finanzkrise

Quelle:dpa

Spanien bleibt unter Druck, Italien rückt wieder ins Blickfeld und Griechenlands Zukunft ist ungewiss. Die Krise ist mit Wucht zurück, Europa wird ein unkalkulierbares Risiko für die Weltwirtschaft, warnt die Weltbank.

Trotz angekündigter Milliardenhilfen für die maroden spanischen Banken kehrt in der europäischen Schuldenkrise keine Ruhe ein. Ganz im Gegenteil: Die Finanzmärkte sind im Panik-Modus. Die Renditen für spanische Staatsanleihen erreichten am Dienstag Rekordniveau, die Ratingagentur Fitch stufte weitere 18 spanische Banken ab, Eurokurs und Aktienmarkt gingen auf Sinkflug. Die wieder aufgeflammte Schuldenkrise bedroht nach
Einschätzung der Europäischen Zentralbank die Finanzstabilität im Euroraum. Die relative Ruhe zu Jahresbeginn habe sich als trügerisch erwiesen, betonten die Währungshüter in Frankfurt.

Weltwirtschaftskrise ist möglich
Die Weltbank warnte, das nervenzerrende Auf und Ab in der europäischen Schuldenkrise sei eine Belastung für die gesamte Weltwirtschaft. Jüngste Kursverluste an Börsen und steigende Zinsen für Staatsanleihen zeigten, wie anfällig und nervös die Finanzmärkte seien, hieß es in Washington. Es sei völlig klar: Weder reiche Länder noch aufstrebende Staaten würden verschont, „sollte sich die Situation in Europa deutlich verschlechtern“. Selbst eine globale Krise vom Ausmaß der letzten zwischen 2007 und 2009 sei nicht undenkbar, sagte Weltbank-Ökonom Hans Timmer der dpa.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warb in Berlin eindringlich für Vertrauen in Europa und den Euro. „Wir stehen am Scheideweg“, mahnte Merkel. Die Kanzlerin betonte erneut, die Überwindung der Finanzkrise brauche Zeit. „Deshalb wäre es auch in Europa fatal, wenn wir jetzt, wo einige Länder begonnen haben, genau in die richtige Richtung zu arbeiten, das unterbrechen würden und auf halbem Wege stehen bleiben.“ Das spanische Hilfspaket in dreistelliger Milliardenhöhe weckt Begehrlichkeiten - immerhin wird Madrid für die Rettung seiner Banken kein so hartes Sparprogramm auferlegt wie etwa Griechenland oder Portugal. So will Athen das eigene Milliarden-Hilfspaket jetzt nachverhandeln. Auch aus dem hochverschuldeten Portugal, das ebenfalls Notkredite aus dem Euro-Rettungsfonds EFSF bekommen hat, kamen Forderungen nach besseren Bedingungen.

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Griechenland verblutet langsam

Die Erfolgsaussichten sind gering. „Unsere Position ist unverändert: Wir erwarten, dass die Griechen alle eingegangenen Verpflichtungen erfüllen“, dämpfte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel entsprechende Hoffnungen. Unterdessen heben griechische Sparer vor den Neuwahlen an diesem Sonntag (17. Juni) immer mehr Geld von ihren Konten ab. Nach offiziellen Angaben haben die Bürger seit Ausbruch der Krise im Jahr 2009 rund 80 Milliarden Euro von den Banken abgezogen. „Wir verbluten langsam. Wir brauchen dringend eine handlungsfähige Regierung“, sagte ein hoher Angestellter einer griechischen Privatbank der dpa in Athen.

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