Wirtschaftskrise: DIW verzichtet auf Konjunkturprognose - Seite 2

Wirtschaftskrise: DIW verzichtet auf Konjunkturprognose

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Mit seiner Januar-Vorhersage war das Institut deutlich optimistischer als die meisten anderen Konjunkturexperten. Inzwischen hat sich die Rezession angesichts von Rekordeinbrüchen bei Industrie und Exporten noch verschärft, zahlreiche Analysten haben ihre Prognosen gesenkt. Am pessimistischsten äußerten sich zuletzt die Volkswirte der Commerzbank, die ein Quartalsminus von sieben Prozent erwarten.

Im vergangenen Jahr lagen die DIW-Forscher mit ihren Prognosen kräftig daneben: Sie gehörten zu den wenigen Experten, die noch im November ein Wachstum für das vierte Quartal vorhergesagt hatten. Zum Jahresende war aber die Wirtschaftsleistung in Deutschland mit 2,1 Prozent so stark geschrumpft wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr.

In der Industrie verschärft sich unterdessen die Lage. Die Umsätze im verarbeitenden Gewerbe sackten im Februar im Vergleich zum Vorjahr arbeitstäglich bereinigt um 23,3 Prozent ab, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dies sei der stärkste Absturz gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Berechnungen im Jahr 1991.

Das Tempo der Talfahrt beschleunigte sich gegenüber den bereits katastrophalen Vormonaten: Im Januar waren die Umsätze nach revidierten Zahlen um 19,9 Prozent weggebrochen, im Dezember 2008 um 12,6 Prozent. Zuletzt hatten die Erlöse im August 2008 zugelegt (plus 2,0 Prozent). Infolge des deutlich geschrumpften Auftragseingangs in der deutschen Industrie gilt es als unwahrscheinlich, dass die Industrieumsätze bald wieder wachsen werden. Zuletzt waren die Auftragseingänge nach früheren Angaben der Statistiker im Februar auf Jahressicht um 38,2 Prozent weggebrochen nach einem Minus von 36,8 Prozent im Vormonat.

US-Notenbank sieht Zeichen der Erholung

Ganz andere Töne kommen derweil aus den USA. Dort werden erste Zeichen der Erholung gesehen. Knapp eineinhalb Jahre nach Beginn der schwersten Rezession in den USA seit Jahrzehnten spricht Notenbankchef Ben Bernanke von Hoffnungsschimmern. In jüngster Zeit habe es „vorläufige Anzeichen“ gegeben, dass sich der heftige Abschwung verlangsame, sagte Bernanke in Atlanta (US-Staat Georgia).

Wenn sich die Lage beruhige, sei dies der erste Schritt auf dem Weg zur Erholung. Allerdings werde ein nachhaltiger Aufschwung ausbleiben, solange sich das Finanzsystem und die Kreditmärkte nicht stabilisierten, betonte Bernanke vor Studenten. Doch auch an dieser Front gebe es Fortschritte. Dass sich der Konjunkturabsturz verlangsame, habe sich unter anderem bei jüngsten Daten zum Häusermarkt und bei den Verbraucherausgaben gezeigt, sagte Bernanke.

„Ich bin fundamental optimistisch mit Blick auf unsere Wirtschaft“, sagte der Fed-Chef. Die gegenwärtige Krise sei eine der schwierigsten wirtschaftlichen Episoden der jüngeren Geschichte. „Aber die Grundlagen unserer Wirtschaft sind robust, und es gibt keine Probleme, die wir nicht mit Einsicht, Geduld und Beharrlichkeit überwinden können“, sagte der Währungshüter.

Bernanke hatte bereits vor wenigen Wochen erklärt, er sehe erste „grüne Triebe“ inmitten der düsteren Wirtschaftslandschaft. Die Rezession hatte in den USA offiziell im Dezember 2007 begonnen. Der optimistischeren Sicht versetzten am Dienstag die neuesten Daten zu den US-Einzelhandelsumsätzen einen Dämpfer, die im März um 1,1 Prozent fielen. Im Monat zuvor waren sie überraschend um 0,3 Prozent gestiegen.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 15.04.2009, 12:25 UhrAnonymer Benutzer: CM

    Gefangen im Modell-Platonismus oder einfach keine Lust mehr, Wunsch-Prognosen zu verbreiten? Ceteris paribus-Klausel schleifen, dann klappt's auch wieder mit der Eintrittswahrscheinlichkeit.

  • 15.04.2009, 11:36 UhrAnonymer Benutzer: Prof. Dr. Medenbach

    Ein institut der Universiy of California verfolgte über zwei Jahrzehnte lang "Prognosen". Man stellte fest, daß die Abweichungen vom eingetretenen und vorhergesagten Ereignis groß waren, so daß man sagen kann, Prognosen seien unsinnig. interessant: Je renommierter der Kaffeesatzleser, desto größer die Abweichung.

  • 15.04.2009, 10:36 UhrAnonymer Benutzer: Klumpatsch

    jetzt ist es amtlich, der DiW sagt immer den istzustand in seinen "Prgnosen". Die Weltwirtschaftskrise wurde nicht vorrausgesagt.

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