_

Wirtschaftskrise: Konjunkturpaket? Ein Päckchen!

von Christian Ramthun (Berlin)

Die große Koalition hat gekreißt und ein Mäuschen geboren. Zwar will der Bund 50 Milliarden Euro zur Stützung der Konjunktur 2009 und 2010 ausgeben, doch die Hilfen versickern in zu vielen Kanälen.

Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteur Christian Ramthun
Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteur Christian Ramthun

Es klingt wuchtig und umfassend: Die Bundesregierung senkt den Eingangssteuersatz und erhöht den Grundfreibetrag für die Lohn- und Einkommensteuer; sie setzt 18 Milliarden Euro für die Infrastruktur ein; es gibt eine 2500 Euro schwere Verschrottungsprämie für alte Kisten, um der Autoindustrie unter die Arme zu greifen; die gesetzliche Krankenkasse bekommt einen neun Milliarden teuren Steuerzuschuss; Kinder kriegen 100 Euro, Hartz-IV-Kinder noch mehr. Und dann soll noch eine 100-Milliarden-Euro-Bürgschaft (keine Direkthilfe!) für die Realwirtschaft bereitgestellt werden. Was auf den ersten Blick doll klingt, ist im Einzelnen doch eher Kleckerkram.

Anzeige

Der Koalition fehlen Mut und Klarsicht, die Hilfen zu bündeln. Die größte Wirkung für unsere Volkswirtschaft hätte eine ordentliche Steuersenkung bewirkt. Den kleinen und mittleren Personengesellschaften wäre direkt geholfen, die leistungstragende Mittelschicht wäre entlastet, für Konsum und Investitionen stünde mehr privates Geld zur Verfügung. Doch zu diesem Schritt hätte Mut gehört, und zwar Mut gegen die vielen Verteilungslobbyisten von links und aus einzelnen Branchen. Nun werden alle ein bisschen bedient.

So wird das Konjunkturpäckchen II wenig bewirken. Aber, und das ist eine positive Nachricht wert, es wird nicht allzu viel Geld – verglichen mit den Hilfsprogrammen anderer Länder - in alle Winde verteilt.

24 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 16.01.2009, 23:12 UhrAnonymer Benutzer: Clement

    Man sollte diese einmalige Gelegenheit dazu nutzen, unseren Staat und damit uns alle, dauerhaft gut aufzustellen. Zum einen den Konsum im inland vorantreiben, zum anderen die Abhängigkeit von Öl und Gas reduzieren - was gleichbedeutend mit der Erneuerung unserer Energieversorgung ist - und - unseren Export stärken, weil ja dann die anderen Staaten unseren Kram kaufen. Die Arbeitslosen würden weniger - und die Zahl derer, die viel zuwenig verdienen. Außerdem sollte man die unglaubliche Energieverschwändung des Kohleabbaus / anschließende Himmelsverdunklung, sowie die idiotische Sucherei nach irgendwelchen Endlagern für 1000000 Jahre sein lassen.

  • 15.01.2009, 11:37 UhrAnonymer Benutzer: J.Schlögl

    kipp einen Eimer Wasser in den Rhein und mess den sichtbar erhöhten Pegelstand ? na ?

    genau so wirkt dieses absolut lächerliche Konjunkturprogramm,
    alles nur ein lächerliches Wahlvorgeplänkel

  • 15.01.2009, 09:21 UhrAnonymer Benutzer: Ich

    ich besitze ein 17jahre alten golf 3 der 310.000 Km weg hat, wer mir da sagen will das sich die verschrottungsprämie nicht lohnt hat keine Ahnung!!!!!

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Alternativen gesucht
Alternativen gesucht

Der Euro wird mit jedem Tag mehr zum Verhängnis für Europa, wirtschaftlich wie politisch. Wann endlich werden...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.