Wirtschaftskrise: Kurzarbeit: Gebeutelter Westen

Wirtschaftskrise: Kurzarbeit: Gebeutelter Westen

Bild vergrößern

Broschüre der Bundesagentur für Arbeit zum Thema Kurzarbeit

Das Wichtigste über Kurzarbeit im Überblick: Wie profitieren Arbeitnehmer und Unternehmer, wann darf kurzgearbeitet werden und wie viele trifft es.

Wie profitieren Arbeitnehmer?

Kurzarbeiter erhalten vom Staat einen Gehaltsausgleich in Höhe von 60 Prozent des entgangenen Nettolohns. Lebt ein Kind im Haushalt, erhöht sich der Anteil auf 67 Prozent. Das Geld zahlt die Bundesagentur für Arbeit (BA) über den Arbeitgeber aus. Es ist nicht lohnsteuerpflichtig, wird aber bei der Berechnung des Steuersatzes berücksichtigt. Im Internet können Betroffene ihren individuellen Lohn leicht ausrechnen (kugrechner.arbeitsagentur.de).

Anzeige

Wie profitieren Unternehmen?

Der Unternehmer zahlt nur noch den Lohn und die Sozialabgaben für die reduzierte Arbeitszeit und senkt damit sofort seine Personalkosten. Die Sozialversicherungsbeiträge der gekürzten Arbeitszeit reduzieren sich auf 80 Prozent, die je zur Hälfte vom Arbeitgeber und von der Bundesagentur für Arbeit getragen werden. Seit Juli übernimmt die BA nach sechs Monaten Kurzarbeit die Beiträge ganz. Werden Mitarbeiter fortgebildet, erstattet der Staat von Anfang an die Abgaben. Ein Unternehmen darf seine Mitarbeiter neuerdings bis zu 24 Monate kurzarbeiten lassen. Das gilt für jeden Mitarbeiter, den der Unternehmer bis spätestens 31. Dezember 2009 in Kurzarbeit schickt. Sobald die Arbeitsagentur den Antrag bewilligt hat, läuft die Uhr.

Wann darf kurzgearbeitet werden?

Jedes Unternehmen kann die Arbeitszeit verkürzen, allerdings muss der Betriebsrat zustimmen. Gibt es keinen Betriebsrat, müssen die Betroffenen gefragt werden. Die BA springt ein, wenn der Betrieb mindestens einem Mitarbeiter nicht mehr das volle Gehalt zahlen kann. Ein Gehaltsausfall von zehn Prozent reicht aus. Das Unternehmen muss belegen, dass der Arbeitsausfall „wirtschaftliche Gründe“ hat oder auf ein „unabwendbares Ereignis“ zurückzuführen ist.

Wie viele trifft es?

Im Mai 2008 war die Welt noch in Ordnung: Nur knapp 51 000 Kurzarbeiter führte die BA in ihrer Statistik. Jetzt müssen etwa 1,3 Millionen Beschäftigte früher nach Hause gehen und Lohneinbußen hinnehmen. Die aktuelle Zahl dürfte höher sein, da die BA statistisch hinterherhinkt. Im Schnitt haben die Betriebe die Arbeitszeit um etwa ein Drittel gesenkt. Das entspricht rechnerisch etwa 420 000 Vollzeitstellen, die ohne Kurzarbeit in Gefahr wären. Der Westen ist deutlich stärker betroffen als der Osten. Die höchsten Anstiege melden die exportabhängigen Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%