Wirtschaftswachstum: Deutsche Wirtschaft drosselt Tempo

Wirtschaftswachstum: Deutsche Wirtschaft drosselt Tempo

, aktualisiert 15. November 2016, 08:29 Uhr
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Das Brexit-Votum lastet auch auf der deutschen Wirtschaft.

Im ersten vollen Quartal nach dem Brexit-Votum hat das Wachstum der deutschen Wirtschaft an Tempo verloren. Dabei lag das Wachstum sogar noch etwas unter der Schätzung der Ökonomen.

Die Wachstum der deutschen Wirtschaft hat im ersten vollen Quartal nach dem Brexit-Votum an Schwung verloren. Die Wirtschaftsleistung stieg von Juli bis September gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden in einer ersten Schätzung mitteilte. Ökonomen hatten im Schnitt mit einem etwas stärkeren Plus von 0,3 Prozent gerechnet. Gebremst wurde das Wachstum von Juli bis September von sinkenden Exporten. Impulse kamen vor allem vom Konsum. Im zweiten Vierteljahr hatte das Bruttoinlandsprodukt noch um 0,4 Prozent zugelegt.

Die Exporte sanken im dritten Quartal den Angaben zufolge gegenüber dem Vorquartal leicht. Die Importe stiegen hingegen. Die Weltwirtschaft schwächelt seit geraumer Zeit. Die Welthandelsorganisation WTO rechnet in diesem Jahr mit dem langsamsten Wachstum des globalen Handels seit der Finanzkrise 2009.

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Getragen wurde das Wachstum von Juli bis September vor allem vom Konsum der Verbraucher und den Ausgaben des Staates unter anderem für die Versorgung und Unterbringung Hunderttausender Flüchtlinge. Zwar trübte sich die Kauflaune der Verbraucher angesichts höherer Preise an den Zapfsäulen und allmählich steigender Inflation zuletzt etwas ein, sie ist aber immer noch hoch. Dazu trägt auch die historisch günstige Lage auf dem Arbeitsmarkt bei. Der Bau profitierte von der starken Immobiliennachfrage in der Zinsflaute.

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Lange Jahre blieben Einkommensentwicklung und Konsum in Deutschland zu schwach. Doch inzwischen hat sich eine Trendwende vollzogen. Die privaten Haushalte sind für das deutsche Wirtschaftswachstum jetzt entscheidend.

Beine und Einkaufstaschen. Quelle: dpa

Die deutsche Wirtschaft wuchs damit schwächer als der Euroraum insgesamt. Nach ersten Schätzungen der europäischen Statistikbehörde Eurostat stieg das Bruttoinlandsprodukt im gemeinsamen Währungsraum von Juli bis September um 0,3 Prozent und damit genauso stark wie im zweiten Vierteljahr. Ökonomen hatten nach dem Brexit-Votum zunächst um die wirtschaftliche Entwicklung Großbritanniens sowie der übrigen europäischen Länder gefürchtet.

Die Briten hatten in einem Referendum am 23. Juni für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Der offizielle Austrittsantrag Großbritanniens wird aber erst im kommenden Jahr erwartet.

Gestützt von der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt und dem Konsum wird die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung führender deutscher Ökonomen in diesem Jahr insgesamt um 1,9 Prozent wachsen. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch die EU-Kommission. Der Internationale Währungsfonds ist etwas weniger optimistisch. Er sagte zuletzt ein Plus von 1,7 Prozent für Deutschland voraus.

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