Wirtschaftswachstum: EZB erwägt Leitzinssenkung und negativen Einlagezins

Wirtschaftswachstum: EZB erwägt Leitzinssenkung und negativen Einlagezins

Die Europäische Zentralbank (EZB) erwägt nach einem Bericht des „Spiegel“ im Kampf gegen schwaches Wirtschaftswachstum und drohende Deflation konkret eine weitere Leitzinssenkung.

Der Leitzins könnte demnach in der Ratssitzung Anfang Juni von derzeit 0,25 Prozent auf das neue Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt werden, berichtet das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf Empfehlungen von EZB-Chefvolkswirt Peter Praet. Außerdem überlege der EZB-Rat, Banken für das Parken von überschüssigem Geld bei der Notenbank erstmals eine Art Strafgebühr - den sogenannten negativen Einlagezins - aufzubrummen. Die Einlagezinsen könnten auf minus 0,1 Prozent fallen. EZB-Präsident Mario Draghi hatte mehrfach angekündigt, dass die Zentralbank auch zu unkonventionellen Maßnahmen bereit sei. Damit soll die Kreditvergabe der Banken angekurbelt werden - unter Experten ist die Wirksamkeit solcher Schritte jedoch umstritten. Bisher hatte die EZB trotz einer sehr niedrigen Inflationsrate im Euroraum ihr Pulver trocken gehalten.

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Ein weitere Maßnahme, der Ankauf von Staats- oder Unternehmensanleihen durch die EZB, soll dem Bericht zufolge auf der nächsten Sitzung noch kein Thema sein. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer hält einen solchen Tabubruch jedoch für das eigentliche Ziel der Notenbank. „Die Warnungen vor einer Deflation erfüllen nur den Zweck, die Europäische Zentralbank weichzukochen, damit sie nicht nur ihre Leitzinsen senkt, sondern auch Staatsanleihen aller Mitgliedsländer kauft“, sagte er dem „Münchner Merkur“ (Samstag). Dies würde zwar den hochverschuldeten Ländern helfen, aber notwendige Reformen verhindern.

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