Wirtschaftswachstum: Kauffreudige Verbraucher sorgen für Wachstum

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Wirtschaftswachstum: Kauffreudige Verbraucher sorgen für Wachstum

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Deutschland im Kaufrausch? Sowohl der Ifo-Index als auch das Bruttoinlandsprodukt sind im Herbst gestiegen.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich überraschend aufgehellt. Nach sechs Rückgängen in Folge stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex im November von 100,0 auf 101,4 Punkte.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im November überraschend aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 101,4 von 100,0 Zählern im Vormonat, teilte das Münchner Ifo-Institut am Freitag zu seiner Umfrage unter 7000 Unternehmen mit. Grund dafür war die Kaufflaune der Deutschen sowie steigende Exporte. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer war zuvor sechs Monate in Folge gefallen. Von Reuters befragte Ökonomen hatten deshalb mit einem Rückgang auf 99,5 Zähler gerechnet.

Konjunkturindikatoren

  • ZEW-Konjunkturerwartungen

    Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

  • ifo-Index

    Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

  • Einkaufsmanagerindex

    Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

  • Geldmenge (M1)

    Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

     

  • Baltic Dry Index (BDI)

    Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

  • GfK-Konsumklimaindex

    Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

     

Außerdem kletterte das Bruttoinlandsprodukt von Juli bis September um 0,3 Prozent im Vergleich zum zweiten Vierteljahr, bestätigte das Statistische Bundesamt am Freitag seine erste Schätzung. Ökonomen sagten in ersten Reaktionen:

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Alexander Koch (Unicredit):

"Das starke Abschneiden vom privaten Konsum ist ein bisschen überraschend. Neben den Nettoexporten hat dies das Wachstum im dritten Quartal angeschoben. Negativ ist, dass die Ausrüstungsinvestitionen das vierte Quartal in Folge gesunken sind. Das zeigt die weitere Abschwächung, die wir für den Jahreswechsel erwarten. Wegen der hohen Unsicherheit halten sich die Unternehmen mit Investitionen zurück, das signalisieren auch die jüngsten Auftrags- und Produktionsdaten. Wir erwarten beim BIP im vierten Quartal ein Minus von 0,3 Prozent.

Für das nächste Jahr ist der Nebel noch sehr dicht, die Unsicherheit bleibt - etwa wegen der fiskalischen Klippe in den USA. Allerdings gab es aus den USA und China zuletzt positive Konjunkturdaten. Von einer wirklichen Trendwende können wir aber noch nicht sprechen - weder für die Welt, noch für Europa oder Deutschland."

Holger Schmieding (Berenberg Bank):

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"Wir haben eine gewisse Stärke bei den Bauinvestitionen, getragen vom privaten Wohnungsbau. Die Unternehmen investieren dagegen weniger in Maschinen und andere Ausrüstungen - und das trotz steigender Exporte. Das lässt sich nur mit einer Vertrauenskrise erklären. Das deutet darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft weiter an Fahrt verlieren wird. Die harten Sparrunden in Südeuropa, die Konjunkturschwäche in China und die Verunsicherung durch die Eurokrise tragen dazu bei.

Im vierten Quartals dürfte die deutsche Wirtschaft bestenfalls stagnieren. Dank des energischen Eingriffs der EZB und der wieder besseren Konjunktur in China dürfte sie Anfang kommenden Jahres ihre Talfahrt beenden."

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