ZEW-Barometer: Konjunkturerwartungen auf tiefstem Stand seit November

ZEW-Barometer: Konjunkturerwartungen auf tiefstem Stand seit November

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Auch wenn der deutsche Konjunkturmotor weiterhin gut läuft, sind die Erwartungen bei Ökonomen getrübt.

Die Konjunkturerwartungen für die Deutsche Wirtschaft fallen weiter. Zum fünften Mal in Folge bewerteten Ökonomen die deutschen Aussichten negativ. Grund hierfür sind vor allem globale Konjunkturrisiken.

Börsenprofis bewerten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft so schlecht wie seit einem dreiviertel Jahr nicht mehr. Das ZEW-Barometer für die Konjunkturerwartungen fiel im August überraschend den fünften Monat in Folge - um 4,7 auf 25,0 Punkte. Das ist der schlechteste Wert seit November 2014, gab das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter 228 Anlegern und Analysten bekannt. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem spürbaren Anstieg auf 32,0 Zähler gerechnet.

"Der deutsche Konjunkturmotor läuft weiterhin gut", sagte ZEW-Präsident Clemens Fuest. "Dass die Konjunkturerwartungen sich dennoch eintrüben, dürfte damit zu tun haben, dass unter den gegebenen geopolitischen und weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen wesentliche Verbesserungen der Wirtschaftslage in Deutschland mittelfristig unwahrscheinlich sind."

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Das sind die wettbewerbsfähigsten Länder der Welt

  • Platz 10

    Während Deutschland im Vorjahr noch auf Rang sechs lag, schafft es die Bundesrepublik in diesem Jahr nur noch auf den zehnten Platz. Der mitteleuropäische Staat steht 2015 vor vielen Herausforderungen. Dazu gehört der Druck, die Energiewende zu meistern, die digitale Transformation der Industrie voranzutreiben und private und öffentliche Investitionen zu fördern.

    Bauen kann Deutschland auf seine hoch qualifizierten Arbeitskräfte und eine Politik der Stabilität und Vorhersehbarkeit.

  • Platz 9

    Schweden fällt im Vergleich zu 2014 um vier Ränge von Platz fünf auf Platz neun. Das nordeuropäische Königreich kann besonders mit qualifizierten Arbeitskräften, den stabilen politischen Verhältnissen, einem wirksamen Rechtssystem und einem starken Fokus auf Forschung und Entwicklung glänzen. Auch das Bildungsniveau ist sehr hoch und die Infrastruktur sehr verlässlich.

  • Platz 8

    Auch Dänemark konnte sich im Vergleich zum Vorjahr verbessern, von Platz neun geht es hoch auf Platz acht. Gut schneidet das nordeuropäische Königreich bei Managementpraktiken, Gesundheit und Umwelt sowie Arbeitsstandards ab. Auf dem ersten Rang landet Dänemark in der Kategorie der Regierungseffizienz gleich fünf Mal, denn es zeichnet sich nicht nur durch eine besonders große Rechtstaatlichkeit aus, sondern auch dadurch, dass Bestechung und Korruption kaum eine Chance haben.

  • Platz 7

    Norwegen kann im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von drei Plätzen verzeichnen und landet damit auf dem siebten Platz. Die skandinavische Halbinsel kann vor allem mit gesellschaftlichen Rahmenbedingungen aufwarten, mit denen sie im internationalen Vergleich auf Platz eins landet. Weitere Faktoren, mit denen Norwegen punkten kann, sind im Bereich der Regierungseffizienz zu finden. Chancengleichheit, Transparenz sowie Rechtstaatlichkeit sind nur einige der besonders effektiven Maßnahmen der öffentlichen Hand.

  • Platz 6

    Für Luxemburg ging es von Platz elf im Jahr 2014 hoch auf Platz sechs. Sehr gut schneidet das Großherzogtum im Bereich der politischen Stabilität, der wettbewerbsfähigen Besteuerung, des unternehmerfreundlichen Umfeldes und der qualifizierten Arbeitskräfte ab.

  • Platz 5

    Kanada hat es in diesem Jahr auf Platz fünf geschafft. Im Vorjahr landete der nordamerikanische Staat noch auf Platz sieben des IMD World Competitiveness Ranking. Die gute Platzierung hat Kanada vor allem der Stabilität und Vorhersehbarkeit in der Politik, dem hohen Bildungsniveau, qualifizierten Arbeitskräften und einem wirksamen Rechtssystem zu verdanken. Ganz gut schneidet Kanada auch aufgrund einer unternehmerfreundlichen Umgebung und einer offenen und positiven Haltung ab.

  • Platz 4

    Der vierte Platz geht in diesem Jahr an die Schweiz. Unternehmen aus aller Welt wissen vor allem die sehr gute Infrastruktur des kleinen Alpenstaates zu schätzen. Die hohe Bildung und der Umweltschutz landen gar im Vergleich zu 2014 nicht mehr nur auf Platz drei, sondern gleich auf der Eins. Auch die robuste Wirtschaft, Arbeitsstandards, geringe Entlassungs- sowie Kapitalkosten sind im internationalen Vergleich so gut wie unschlagbar.

  • Platz 3

    Unter die ersten drei schafft es in diesem - wie auch schon im vergangenen Jahr - der Insel- und Stadtstaat Singapur. Besonders punkten konnte das asiatische Land bei Unternehmen in diesem Jahr mit seinem institutionellen Rahmen, der im weltweiten Vergleich auf Rang eins landet. Außerdem liegt Singapur bei der technologischen Infrastruktur sowie der Bildung ganz weit vorne.

  • Platz 2

    Platz zwei geht an die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong. Im Vergleich zum Vorjahr hat die chinesische Metropole zwei Plätze gut gemacht. Unternehmen aus aller Welt schätzen Hongkong insbesondere aufgrund der betriebswirtschaftlichen Gesetzgebung, der Managementpraktiken, der unternehmerischen Einstellungen und Werte und der technologischen Infrastruktur. Ganz gut steht Hongkong auch bei internationalen Investitionen, der Fiskalpolitik und bei den Betriebsfinanzen da.

  • Platz 1

    Die wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft der Welt sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Das hat das IMD World Competitiveness Center in seiner aktuellen Vergleichsstudie bekannt gegeben.

    Besonders attraktiv finden Firmen in den USA - laut Ranking - die dynamische Wirtschaft (66,2 Prozent), den guten Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten (55,1 Prozent), den starken Fokus auf Forschung und Entwicklung (49,3 Prozent) sowie das unternehmensfreundliche Umfeld (43,4 Prozent).

    Punkten können die USA zudem als attraktiver Forschungsstandort. Nachholbedarf gibt es im Bereich der Schulbildung.

Global stemmt sich die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft China mit einer Währungsabwertung gegen eine Konjunkturflaute, während Russland in der Rezession versinkt und die Griechenland-Krise noch immer schwelt. "Es scheint so, dass die Konjunkturrisiken mehr und mehr ins Blickfeld geraten", sagte Ökonom Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. Deshalb habe die Erholung der Aktienkurse die Börsianer diesmal nicht optimistischer stimmen können. "Trübsal muss aber nicht geblasen werden", sagte Krüger. Die deutsche Wirtschaft werde auf Wachstumskurs bleiben.

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Die konjunkturelle Lage in Deutschland bewerteten die Börsianer im Gegensatz zu den Aussichten auch besser: Das entsprechende Barometer stieg um 1,8 auf 65,7 Zähler. "Die deutsche Konjunktur dürfte etwa im bisherigen Tempo weiter laufen", sagte Nordea-Ökonom Holger Sandte. "Eine kräftige Belebung steht jedenfalls nicht an."

Ökonomen gehen davon aus, dass der Aufschwung im abgelaufenen zweiten Quartal an Kraft gewonnen hat. Sie rechnen mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 0,5 Prozent, nach 0,3 Prozent zu Jahresbeginn. Eine erste Schätzung veröffentlicht das Statistikamt an diesem Freitag.

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