ZEW-Barometer: Wieder mehr Sorge um die deutsche Wirtschaft

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ZEW-Barometer: Wieder mehr Sorge um die deutsche Wirtschaft

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Experten des ZEW schauen mit Sorgen auf die deutsche Wirtschaft.

Das ZEW-Barometer für die Entwicklung der Konjunktur in den kommenden sechs Monaten ist überraschend um 4,2 auf minus 15,7 Punkte gefallen. Das ist der Rückgang nach zuvor zwei Anstiegen in Folge.

Das teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag auf Grundlage einer Umfrage unter 263 Anlegern und Analysten mit. Deshalb blicken Börsenprofis wieder mit mehr Sorge auf die deutsche Wirtschaft.

Konjunkturindikatoren

  • ZEW-Konjunkturerwartungen

    Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

  • ifo-Index

    Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

  • Einkaufsmanagerindex

    Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

  • Geldmenge (M1)

    Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

     

  • Baltic Dry Index (BDI)

    Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

  • GfK-Konsumklimaindex

    Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

     

Die befragten Ökonomen hatten im Schnitt eine Verbesserung auf minus 9,8 Punkte erwartet. "Die im Euro-Raum vorherrschenden rezessiven Entwicklungen strahlen über den Außenhandels- und Vertrauenskanal auf die deutsche Volkswirtschaft aus", sagte ZEW-Chef Wolfgang Franz. "Dies dürfte die Konjunktur in Deutschland in den nächsten sechs Monaten belasten." Das Barometer fiel um 4,6 auf 5,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Ökonomen hatten plus 8,0 Zähler vorausgesagt. Das Konjunktur hatte sich zuletzt deutlich eingetrübt. Grund dafür war, dass Industrieaufträge, Produktion und Exporten überraschend deutlich gefallen waren.

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Für die am Donnerstag anstehenden Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt für das abgelaufene dritte Quartal erwarten Ökonomen nur noch ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent. Im vierten Quartal könnte die Wirtschaftsleistung sogar erstmals seit Ende 2011 schrumpfen. Nach Einschätzung der von ZEW-Chef Franz geleiteten Wirtschaftsweisen ist damit aber die konjunkturelle Talsohle erreicht.

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