ZEW-Index sinkt: Börsenprofis bleiben optimistisch

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ZEW-Index sinkt: Börsenprofis bleiben optimistisch

Die Börsenprofis blicken zum Jahresanfang fast unverändert optimistisch auf die deutsche Wirtschaft. Allerdings sank das ZEW-Barometer sank allerdings im Januar.

Das ZEW-Barometer für die Konjunkturerwartungen in den kommenden sechs Monaten sank zwar im Januar überraschend auf 61,7 Punkte von 62,0 Zählern im Dezember, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter 254 Analysten und institutionellen Anlegern mitteilte. Das Barometer liegt aber auf dem zweithöchsten Stand seit April 2006. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Plus auf 64,0 Punkte gerechnet. Der Rückgang ist der erste nach fünf Anstiegen in Folge.

"Seit Monaten erwarten die Finanzmarktexperten einen Aufschwung", sagte ZEW-Präsident Clemens Fuest. "Die deutlich verbesserte Lageeinschätzung scheint das nun zu bestätigen." Denn die Fachleute bewerteten die Situation der heimischen Wirtschaft so günstig wie zuletzt im Mai 2012. Dieses Teilbarometer stieg unerwartet kräftig auf 41,2 Zähler von 32,4 Punkten. Die von Reuters befragten Experten hatten hier nur mit einem Plus auf 34,1 Zähler gerechnet. Die meisten Ökonomen sagen der Konjunktur für 2014 ein spürbares Anziehen um rund 1,7 Prozent voraus. Im vergangenen Jahr war die Wirtschaft nur um magere 0,4 Prozent gewachsen.

Konjunkturindikatoren

  • ZEW-Konjunkturerwartungen

    Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

  • ifo-Index

    Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

  • Einkaufsmanagerindex

    Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

  • Geldmenge (M1)

    Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

     

  • Baltic Dry Index (BDI)

    Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

  • GfK-Konsumklimaindex

    Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

     

"Für den Euro-Raum verzeichneten die ZEW-Konjunkturerwartungen im Januar einen kräftigen Anstieg um 5,0 auf 73,3 Punkte. Insgesamt verfestigen die Januar-Daten unser Bild einer Konjunkturbelebung im Euro-Raum zum Jahreswechsel. Die bisher veröffentlichten Daten deuten einen Anstieg der Wirtschaftsleistung in den Krisenländern bereits im Schlussquartal 2013 an und auch der Start ins neue Jahr dürfte positiv ausfallen. Die deutsche Wirtschaft profitiert von dieser Stabilisierung im Euro-Raum, da sich die Absatzperspektiven der deutschen Unternehmen dadurch verbessern," sagte Stefan Kipar von der BayernLB.

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Andreas Scheuerle von der Dekabank sagte im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters: "Die Finanzmarktanalysten schauen erneut zuversichtlicher nach vorne, zumindest wenn man - ähnlich wie das Ifo-Institut - einen ZEW-Klimaindikator aus Lage und Erwartungen bildet. Dass die Konjunkturerwartungen nicht weiter zulegen konnten, darf man wohl auf ihr inzwischen recht hohes Niveau zurückführen. Die Lagebeurteilung hatte dagegen noch Raum nach oben, den sie auch mit einem überdurchschnittlichen Anstieg ausnutzte. Hier dürften die bessere Markteinschätzung der Peripherieländer und ein merkliches Plus beim Dax geholfen haben. Für das in der kommenden Woche zu veröffentlichende Ifo-Geschäftsklima deutet das merkliche Plus des ZEW-Klimas einen weiteren Anstieg an. Das sind einmal mehr gute Vorzeichen für die erwartete starke wirtschaftliche Erholung in diesem Jahr."




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