ZEW-Indikator gesunken: Experten zweifeln an Nachhaltigkeit des Wachstumsplus

ZEW-Indikator gesunken: Experten zweifeln an Nachhaltigkeit des Wachstumsplus

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ARCHIV - Ein Blick am 13.06.2009 im Burchardkai im Hafen von Hamburg auf nahezu leere Containerterminals. Der Hafen Hamburg nimmt am Freitag (14.08.2009) in einer Halbjahres-Pressekonferenz zur Umschlagentwicklung Stellung. Foto: Jens Ressing dpa/lno (c) dpa - Bildfunk

Die deutsche Wirtschaft beginnt durch die anziehende Weltnachfrage und die Konjunkturprogramme wieder zu wachsen. Doch Börsenprofis zweifeln an der Nachhaltigkeit: Das aktuelle ZEW-Barometer sank unerwartet stark.

Die Konjunktur-Zuversicht deutscher Finanzexperten hat den zweiten Monat in Folge einen Dämpfer erhalten. Das Konjunktur-Barometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) fiel im November um 4,9 Punkte auf 51,1 Punkte gesunken. Die Beurteilung der aktuellen Lage verbesserte sich indes um 6,6 Punkte auf minus 65,6 Punkte.

Trotz des Rückgangs befinden sich die Konjunkturerwartungen laut ZEW auf einem hohen Niveau. Unsicher sei zurzeit vor allem die Entwicklung des privaten Konsums: Ein allmählich steigendes Preisniveau und die unsichere Arbeitsmarktsituation könnten den Verbrauch dämpfen, hieß es. „Optimistisch stimmt hingegen, dass sich die deutsche Ausfuhr kontinuierlich bessert und so das Wirtschaftswachstum stärkt.“

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Wachstum im dritten und vierten Quartal erwartet

Getragen von den Konjunkturprogrammen und der anziehenden Nachfrage auf den Weltmärkten war die deutsche Wirtschaft zuletzt wieder besser in Schwung gekommen. Sowohl die Exporte als auch die Industrieproduktion zogen im September kräftig an. Der Barclays-Indikator, den die britische Bank Barclays Capital monatlich für das Handelsblatt berechnet, deutet auf einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) hin. Demzufolge dürfte werde der BIP-Zuwachs im dritten Quartal 0,9 Prozent betragen, im vierten Quartal werden 0,7 Prozent Wachstum erwartet.

Trotz des starken zweiten Halbjahres wird das BIP im Gesamtjahr 2009 aber deutlich sinken. Barclays Capital rechnet mit einem Rückgang von 4,8 Prozent. Die meisten Volkswirte wie auch die Bundesregierung, die die Wachstumsprognose aus dem Herbstgutachten übernommen hatte, erwarten einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von fünf Prozent.

Gute Ausgangslage für 2010

Der Schlussspurt in diesem Jahr aber wird der deutschen Wirtschaft eine gute Ausgangslage für das kommende Jahr liefern. Dann dürfte sie schon allein dank des deutlichen Zuwachses in der zweiten Jahreshälfte 2009 zulegen. Aufgrund der großen Zuversicht der Unternehmen und der positiven Auftragsdaten der Industrie die Orders waren zuletzt zum siebten Mal in Folge gestiegen hält Barclays-Capital-Chefvolkswirt Callow 2010 sogar einen Anstieg des BIP von rund 2,5 Prozent für möglich. Das wäre zwar deutlich mehr, als der Durchschnitt der Volkswirte mit 1,4 Prozent erwartet. „Am Jahresende 2010 wäre die Wirtschaftsleistung in Deutschland dennoch weit unterhalb des Niveaus, das sie im letzten Aufschwung Anfang 2008 erreicht hatte“, erklärte Callow.

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