ZEW-Konjunkturindex: Börsenprofis spielen Skeptiker vom Dienst

KommentarZEW-Konjunkturindex: Börsenprofis spielen Skeptiker vom Dienst

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Fast wie ein Torero wirkt dieser Mitarbeiter der Stadtreinigung an der "Bulle und Bär"-Skulptur vor der Börse in Frankfurt am Main. Die lebensgroßen Bronzeskulpturen symbolisieren fallende und sinkende Kurse.

von Mark Fehr

Während Industrie und Verbraucher über das Rekordwachstum jublen, geben sich die Finanzexperten betont pessimistisch. Mal wieder. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Mark Fehr.

Am Wochenende feierten Unternehmer und Arbeitnehmer das stärkste Quartalswachstum seit der Wiedervereinigung. Die Krisenangst der vergangenen Monate und Jahre war vergessen. Wird die Republik nun endlich wieder zum einig Wirtschaftswunderland? Nicht ganz.

Denn die Börsenexperten entpuppen sich als Spielverderber und melden für die kommenden sechs Monate schon wieder pessimistischere Aussichten. Das signalisiert der Finanzmarkttest, monatlich durchgeführt vom Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Diesmal hat das ZEW 284 Finanzmarktexperten nach ihrer Beurteilung der aktuellen Lage sowie ihren Einschätzungen für die künftige Wirtschaftsentwicklung befragt.

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Euphorie übertrieben?

Das Ergebnis: Der Index für die Konjunkturerwartungen sank im August unerwartet deutlich um 7,2 auf 14 Punkte. "Der Rückgang des Indikators deutet nun darauf hin, dass das enorme Wachstum des zweiten Quartals nicht aufrecht erhalten werden kann", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Offenbar trauten die von den Konjunkturexperten befragten Analysten und institutionellen Anleger der Euphorie in einigen Branchen nicht.

Nun braucht es aber keinen Analysten, um festzustellen, dass die deutsche Wirtschaft unmöglich in jedem Quartal mit dem jüngst gemessenen Rekordtempo zulegen kann. Die bevorstehende Drosselung der Wachstumsgeschwindigkeit ist daher weder eine Überraschung noch eine schlechte Nachricht.

Der äußerst tiefe Stimmungseinbruch in der Finanzzunft grenzt daher an Schwarzmalerei. Immerhin bewerten aber auch die Börsenprofis die aktuelle Lage optimistischer – nur rettet das den Gesamtindex nicht. Die Enttäuschung über das insgesamt schwache ZEW-Barometer darf nun auf keinen Fall zu weit verbreitetem Konjunkturpessimismus führen. Schon im vergangenen Monat hatten die Finanzexperten trotz glänzender Konjunkturprognosen Pessimismus geübt.

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