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Nach Rauswurf: Wer Sarrazins Nachfolger werden könnte

von Donata Riedel, Norbert Häring und Robert Landgraf Quelle: Handelsblatt Online

Die Bundesbank hat entschieden: Der Vorstand beantragte die Abberufung des umstrittenen Vorstandsmitglieds Thilo Sarrazin. Doch wer könnte ihm nachfolgen? Das Handelsblatt stellt die fachlich am besten geeigneten Personen vor.

Volker Wieland, zur Zeit Professor an der Frankfurter Goethe-Universität. Quelle: handelsblatt.com
Volker Wieland, zur Zeit Professor an der Frankfurter Goethe-Universität. Quelle: handelsblatt.com

Jörg Asmussen

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>>Kompetenz: Der 44-jährige Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen hat in der Finanzkrise die Gesetze zur Bankenrettung konzipiert. Er ist in allen internationalen Finanzfragen engster Berater von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).

>>Werdegang: Asmussen studierte Volkswirtschaft in Gießen und Bonn und machte in Mailand seinen MBA. 1996 begann er im Bundesfinanzministerium seine Karriere. Er leitete ab 1999 für Hans Eichel das Ministerbüro und wurde 2003 Leiter der Abteilung Finanzmarktpolitik. Seit Juli 2008 ist er Staatssekretär.

>>Fazit: Ein Top-Experte mit internationaler Erfahrung. Infrage käme er vor allem für die Bankenaufsicht. In der Finanzkrise lernte er, dass komplexe Verbriefungsprodukte, für die er sich einst begeisterte, erhebliche Risiken bergen können. Jörg Asmussen

Jens Weidmann

Stefan Gerlach

Gerhard Hofmann

Volker Wieland

Jens Weidmann

>>Kompetenz: Jens Weidmann, 42, leitet die Wirtschaftsabteilung im Kanzleramt und ist "Sherpa" der Bundesregierung für die internationalen Wirtschaftsgipfel. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel managte er die Finanzkrise.

>>Werdegang: Wie Asmussen studierte Weidmann in Bonn beim heutigen Bundesbankchef Axel Weber Volkswirtschaft. Von 1997 bis 1999 arbeitete er beim Internationalen Währungsfonds. 2003 wechselte er zur Bundesbank. Seit vier Jahren ist er im Kanzleramt.

>>Fazit: Weidmann wäre ein idealer Kandidat, um die Geldpolitik der Bundesbank zu verantworten: Er kennt die Bundesbank bereits von innen, und er hat in der Krise weitere internationale Erfahrungen gesammelt. Jörg Asmussen

Jens Weidmann

Stefan Gerlach

Gerhard Hofmann

Volker Wieland

Stefan Gerlach

>>Kompetenz: Der 53-jährige Schwede ist ein Fachmann für Finanzstabilität und Geldpolitik. Er hat über den Zusammenhang von Geldpolitik und Vermögenspreisblasen sowie über den Kreditzyklus geforscht. Gerlach hat internationale Notenbankerfahrung.

>>Werdegang: Gerlach studierte Volkswirtschaft und promovierte in Genf. Er lehrte an der Brandeis University in den USA, bevor er von 1992 bis 2001 die Abteilung Geldpolitik und Wechselkurse bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel leitete. Von 2005 bis 2007 leitete er das Sekretariat des Komitees für das Globale Finanzsystem in Basel. Seit 2007 ist er Professor in Frankfurt.

>>Fazit: Gerlach wäre prädestiniert, die Schnittstelle von institutsorientierter Bankenaufsicht und Systemstabilität in der Bundesbank zu stärken. Jörg Asmussen

Jens Weidmann

Stefan Gerlach

Gerhard Hofmann

Volker Wieland

Gerhard Hofmann

>>Kompetenz: Der Bamberger war jahrelang der Verhandlungsführer der Bundesbank bei den Eigenkapitalregeln (Basel II) der Kreditinstitute. Er erwarb sich einen ausgezeichneten Ruf in allen Gremien der Bankenaufsicht. Außerdem hat der 53-jährige Diplom-Kaufmann durch seine Arbeit in der Volkswirtschaftlichen Abteilung der Bundesbank analytische Kompetenz.

>>Werdegang: Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und dem Abschluss des Studiums der Wirtschaftswissenschaften begann Hofmann bei dem Wirtschaftsprüfer KPMG. 1986 wechselte er zur Bundesbank, wo er zuletzt den Zentralbereich Banken und Finanzaufsicht leitete. Seit 2008 ist er Vorstand im Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken.

>>Fazit: Als Kenner der Aufsichtsszene und der deutschen Banken könnte Hofmann die Bundesbank gerade in diesem Bereich verstärken. Jörg Asmussen

Jens Weidmann

Stefan Gerlach

Gerhard Hofmann

Volker Wieland

Volker Wieland

>>Kompetenz: Auf den Experten für Geldtheorie und Geldpolitik hört die Europäische Zentralbank ebenso wie die Notenbank in Washington. Der 44-Jährige saß mehrere Jahre im wissenschaftlichen Beratungsteam der Europäischen Zentralbank und hat dort die internen Abläufe hautnah kennen gelernt. Auch bei der US-Notenbank Fed hat er schon gearbeitet.

>>Werdegang: Wieland studierte Wirtschaftswissenschaften in Würzburg sowie an der State University of New York Albany. Anschließend promovierte er an der Stanford-Universität. Zwischen 1995 und 2000 forschte er an der US-Notenbank Fed. Seit der Jahrtausendwende lehrt er als Professor an der Goethe-Universität Frankfurt u.a. Geldpolitik und forscht über Zentralbanken.

>>Fazit: Wieland ist der geeignete Mann, um zusätzliche geldpolitische Kompetenz in die Bundesbank einzubringen. Jörg Asmussen

Jens Weidmann

Stefan Gerlach

Gerhard Hofmann

Volker Wieland

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 02.09.2010, 20:25 UhrRealo

    in einer blitzumfrage von n-tv stellten sich 96% der interviewten hinter Sarrazin.
    Trotzdem hat die bundesbank ihr Vorstandsmitglied beruflich vernichtet.
    ich schlage dem edlen - aber ahnungslosen - bundesbankvorstand Axel Weber vor, doch gleich einen Abwahlantrag gegen das gesamte deutsche Volk zu stellen.
    Das wär doch wirklich mutig und zeugte von Entschlossenheit.
    Wofür braucht das 68er-Gutmenschentum denn überhaupt ein Volk?
    Na ja. Wofür wohl?
    Vielleicht findet Axel Weber samt seiner FDJ-Kanzlerin ein anderes Deppenvolk, das sie und die Sozialstaats-Maf.ia weiterhin fürstlich durchfüttert.
    Und dem Heuch.ler Gabriel schlage ich vor, seine Partei nicht mehr bei bundestagswahlen antreten zu lassen.
    Man kann sich doch schließlich nicht von "Rechtsradikalen" wählen lassen.
    Er kann nämlich sicher sein:
    Die Mehrheit der bisherigen SPD-Wähler teilt die Meinung von Sarrazin und nicht die von Gabriel.

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