
BERLIN. Nach dem Abwerben von Finanzminister Simeon Djankow bedient sich Bulgariens Regierungschef Bojko Borissow nun schon ein zweites Mal bei der Weltbank, um fähige Bulgaren von dort aus in Spitzenposten zu hieven: Kristalina Georgiewa, seit März 2008 Vizepräsidentin und Corporate Secretary der Weltbank in Washington, soll nun Bulgariens EU-Kommissarin werden. Das gab der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barroso, gestern bekannt. Zuvor hatte die wegen privater Geschäfte umstrittene Bewerberin für den Posten der EU-Entwicklungshilfekommissarin, Bulgariens Außenministerin Rumiana Jeleva, ihre Bewerbung zurückgezogen.
Mit Georgiewa präsentiert Borissow nun eine Topkandidatin: Nach dem Wahlsieg der Konservativen im vorigen Sommer wurde sie bereits als Vizeregierungschefin gehandelt. Damals lehnte sie den Ruf aus der Heimat ab, weil Weltbank-Chef Robert Zoellick sie persönlich gebeten hatte, als seine Stellvertreterin zu bleiben.
Die promovierte Umwelt-Ökonomin lehrte in Sofia, am Massachusetts Institute for Technologie, an der London School of Economics und in Moskau. Entwicklungshilfe ist ihr nicht unbekannt: Für die Weltbank kümmerte sie sich darum in Asien. In Russland zeigte sie sich zudem aufgeschlossen für die Kooperation mit der Presse.












