
SAN JOSÉ. Die Wahlkampfstrategen ihrer Gegner mussten am Ende kapitulieren. Sosehr sie auch suchten, sie fanden an Laura Chinchilla keine dunkle Seite, die man im Wahlkampf hätte ausschlachten können: Eine Frau ohne Ecken und Kanten, nicht zu weit links, nicht zu weit rechts, nicht zu radikal und nicht zu nachsichtig. Irgendwie typisch costa-ricanisch.
Den Wählern war es gerade recht so: Die 50 Jahre alte Politologin verwies bei der Präsidentenwahl ihre Konkurrenten deutlich auf die Plätze und wird als erste Frau an der Spitze des mittelamerikanischen Landes stehen. Nach Auszählung nahezu aller Wahllokale erreichte sie knapp 47 Prozent der Stimmen. Ottón Solís von der Partei der Bürgeraktion (PAC) kam auf 24,2 Prozent, für Otto Guevara von der Partei Befreiungsbewegung (PML) stimmten 21,5 Prozent der Wähler.
Solís und Guevara erkannten den Sieg Chinchillas an und kündigten eine konstruktive Opposition an. Mit dem Sieg Chinchillas dürfte vor allem die Kontinuität der sozialdemokratisch ausgerichteten Politik des derzeitigen Amtsinhabers und Friedensnobelpreisträgers Óscar Arias sichergestellt sein, dessen Amtszeit am 8. März ausläuft. Chinchilla gehört ebenso wie Arias der sozialdemokratisch orientierten Partei der Nationalen Befreiung (PLN) an.













