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Umfrage: Banken knausern mit Unternehmenskrediten

von Norbert Häring Quelle: Handelsblatt Online

Die Kreditversorgung der deutschen Wirtschaft wird immer schlechter. Wie die jüngsten Zahlen der Kreditstatistik der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigen, sind im Mai die ausstehenden Kredite an Unternehmen im vierten Monat in Folge gesunken.

Viele Betriebe klagen über einen restriktiven Zugang zu Krediten. Quelle: dpa Quelle: handelsblatt.com
Viele Betriebe klagen über einen restriktiven Zugang zu Krediten. Quelle: dpa Quelle: handelsblatt.com

FRANKFURT. Wenn diese Entwicklung anhält, werden in diesem Jahr die Kredittilgungen die Neukredite um fünf Prozent übersteigen. Ähnlich stark ist das Kreditvolumen zuletzt in den ersten Monaten 2003 zurückgegangen.

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Auch Bundesbankpräsident Axel Weber warnt vor Problemen in der Kreditversorgung. In einem Beitrag für das Jahrbuch Frankfurt Main Finance schreibt Weber, es gebe Anzeichen, "dass das Bankensystem die zusätzlich bereitgestellte Liquidität nicht für die Kreditvergabe nutzt." Erst vergangene Woche hatte die EZB den Banken 442 Mrd. Euro für ein Jahr geliehen - die höchste Liquiditätsspritze, die sie je gewährt hat.

Zu welchem Anteil der Rückgang des Kreditvolumens auf fehlende Nachfrage zurückgeht, weil Unternehmen weniger investieren, oder auf Angebotszurückhaltung der Banken, lässt sich aus der Statistik nicht ablesen. Befragungen von Banken und Unternehmen deuten allerdings darauf hin, dass sinkende Kreditvergabebereitschaft der Banken eine Rolle spielt. Klaus Nieding von der Anwaltskanzlei Nieding + Barth berichtet: "Es kommen immer mehr Unternehmen zu uns, die Kreditlinien erneuert haben wollen und von den Banken Konditionen genannt bekommen, die man als Abwehrkonditionen bezeichnen muss."

Nach der Monatsumfrage des Münchener Ifo-Instituts hat sich an der Einschätzung der Unternehmen wenig geändert. Der Anteil der Firmen, die über eine restriktive Kreditvergabe klagten, sank nur leicht von 42,9 auf 42,4 Prozent. Bei den großen Industriebetrieben war es sogar mehr als die Hälfte. "Die großen Unternehmen stecken weiterhin in einer Kreditklemme", sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 30.06.2009, 21:05 UhrAnonymer Benutzer: zarromanowski

    die "kleinen" Unternehmen bekommen nicht einmal einen Gesprächstermin - fast jeder Kreditsachbearbeiter flüchtet, wenn er den inhaber eines Kleinbetriebes schon kommen sieht. Was sollte auch noch besichert werden können, 80% aller inhaber von Klein- und Kleinstfirmen sind im Prinzip finanziell ausgezogen bis auf die Unterhose - wie lange die 3,2 Millionen persönlich haftenden Unternehmer in der bRD, disem Spiel noch zuschauen, weiß keiner der selbsternannten Wirtschaftsexperten und "unschuldigen" Politiker in diesem Land. Fakt ist, dass 1 Million Kleinbetriebe auf der Kippe stehen, sie denken offen ans Aufhören. Es lohnt sich schon lange nicht mehr, denn viele inhaber sind finanziell ausgeblutet, ein jahrelanger, finanzieller Überlebenslampf gegen behörden, Mitbewerber und weltfremde Gesetze der Politk, haben seit der Krise vielen Kleinunternehmern den Rest gegeben. Die Politik leistet nicht einmal Sterbehilfe, selbst dazu lassen sich Merkel und Konsorten nicht herab. Worthülsen und Schulterklopfen sind angesagt, mehr ist nicht mehr drin für die Kleinunternehmen in der bRD, so sterben in 2009 viele einen stillen, heimlichen Tod, sozial ausgerenzt und ignoriert von einer unternehmerfeindlichen Gesellschaft, träumen viele im unruhigen Nachtschlaf permanent vom "goldenen Strick". bücherttitel wie, "Der gescheiterte Unternehmer und sein zerbrochene Familie" oder "Der Rettungsring in der Krise - abschließen und ins Kloster" sind im Augenblick die meist diskutierten bestseller in Unternehmerkreisen.

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