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Umfrage: Dauerzoff reißt Merkels Koalition in die Tiefe

Quelle: Handelsblatt Online

Der Dauerstreit in der schwarz-gelben Koalition zieht nun auch die Union in den Abwärtssog. Doch die Schuld an den Streiteren geben die Bürger Anderen. Mehr als die Hälfte der Befragten machen die FDP dafür verantwortlich.

Die Regierungskoalition verliert derweil weiter an Zustimmung. Quelle: Reuters
Die Regierungskoalition verliert derweil weiter an Zustimmung. Quelle: Reuters

HB BERLIN. Mit ihren ständigen internen Auseinandersetzungen vermittelt die schwarz-gelbe Koalition den Bürgern ein Bild heilloser Zerstrittenheit. Nach dem neuen Wahltrend von "Stern" und RTL sehen 84 Prozent CDU/CSU und FDP als zerstritten an, nur acht Prozent glauben, dass die Koalitionspartner an einem Strang ziehen. Die Schuld am Dauerzwist gibt mehr als die Hälfte der Bürger (55 Prozent) der FDP. Sieben Prozent machen die CSU dafür verantwortlich, fünf die CDU. 28 Prozent der Bürger finden, dass "alle gleichermaßen" die Reibereien verursachen.

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Die Regierungskoalition verliert derweil weiter an Zustimmung. Nach der am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage leidet darunter inzwischen auch die CDU/CSU. Sie büßte im Vergleich zur Vorwoche zwei Punkte ein und kommt jetzt auf 33 Prozent, den niedrigsten Wert in diesem Jahr.

Die FDP verliert einen Punkt und liegt nun bei acht Prozent. Gemeinsam kommen Union und Liberale auf 41 Prozent. So schlecht standen sie im Wahltrend von "Stern" und RTL zuletzt vor neun Jahren, im Februar 2001.

Die SPD klettert um einen Punkt auf 23 Prozent und erreicht damit den besten Wert in diesem Jahr. Auch die Linke steigt um einen Punkt und kommt nun auf auf zwölf Prozent. Die Grünen liegen konstant bei 16 Prozent. Für sonstige Parteien würden acht Prozent stimmen. Mit zusammen 51 Prozent liegen SPD, Grüne und Linkspartei nunmehr zehn Punkte vor Union und FDP.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) steht indessen wegen der Auswahl von Geschäftsleuten, die ihn bei Auslandsreisen begleiten, weiter in der Kritik. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, meldete "große Zweifel" an, ob Westerwelle überhaupt ministrabel sei. "Man gewinnt den Eindruck, dass er diesem Amt nicht gewachsen ist", sagte er der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Westerwelle gelinge es nicht, Staats- und Privatgeschäfte sauber zu trennen. "Westerwelle beschädigt sein Amt, wenn jetzt vorzugsweise Geschäftsleute, die vor der Wahl für die FDP gespendet haben, den Außenminister auf Regierungsreisen begleiten und als Türöffner nutzen dürfen", sagte Oppermann.

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