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Ungleichgewichte: Obama will US-Exporte verdoppeln

Quelle: Handelsblatt Online

US-Präsident Barack Obama startet eine Initiative für den Abbau der globalen Ungleichgewichte: Die Förderungen von US-Exporten ist per Exekutivorder zur Regierungsmaxime erhoben werden. Damit sollen die Ausfuhren des Landes innerhalb der nächsten fünf Jahre verdoppelt werden. Auch China soll seinen Teil dazu beitragen.

US-Präsident Barack Obama bei seiner Rede vor der Export-Import-Bank (Exim) in Washington. Quelle: ap
US-Präsident Barack Obama bei seiner Rede vor der Export-Import-Bank (Exim) in Washington. Quelle: ap

HB WASHINGTON. Ein Kabinett aus hochrangigen amerikanischen Regierungsvertretern soll künftig die Ausfuhren der weltweit größten Volkswirtschaft ankurbeln. Am Donnerstag unterzeichnete US-Präsident Barack Obama in Washington die entsprechende Anweisung für eine umfassende Export-Initiative. "In Zeiten, in denen Millionen Amerikaner keinen Job haben, ist die Förderung von Exporten auf kurze Sicht ein Muss", sagte der Präsident.

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Dem sogenannten "Kabinett zur Förderung der Exporte" sollen unter anderem die US-Außenministerin, der Finanz- und der Handelsminister angehören. Es soll erstmals im April tagen und anschließend regelmäßig zusammenkommen, um sicherzustellen, dass die Ankurbelung der Export Vorrang in allen entsprechenden Regierungsbereichen hat.

Daneben reaktivierte Obama einen Exportrat, der ihn künftig in Belangen der Privatwirtschaft und des internationalen Handels beraten soll.

Obama unterstrich sein Ziel, die US-Ausfuhren innerhalb der nächsten fünf Jahre zu verdoppeln. Dadurch soll die Schaffung von zwei Mio. neuen Jobs unterstützt werden. Als Teil der Initiative würden die staatliche Finanzierungsmöglichkeiten für Ausfuhren ausgebaut. "95 Prozent der weltweiten Verbraucher und der schnell wachsenden Märkte liegen außerhalb unserer Grenzen", sagte Obama auf einer Tagung der Export-Import-Bank. "Wir müssen um diese Verbraucher werben, denn andere Länder tun es bereits."

Weltweit soll daher verstärkt auch das diplomatische Personal auf Märkten für amerikanische Produkte werben. Der Präsident selbst will auf seiner Asien-Pazifikreise in der kommenden Woche mit gutem Beispiel vorangehen und unterstreichen, "wie eine starke wirtschaftliche Partnerschaft Arbeitsplätze auf beiden Seiten des Pazifiks schaffen kann".

Obama kündigte außerdem an, dass er aus Sicherheitsgründen das Kontrollsystem für die Ausfuhr von strategischen, hochtechnologisierten Exportgütern überarbeiten lassen will. Verteidigungsminister Robert Gates werde die Neuerungen in den kommenden Wochen bekanntgeben.

Obama fordert von China marktorientierten Yuan-Kurs

Auch China soll seinen Beitrag dazu leisten, die globalen Ungleichgewichte auszugleichen. Von China verlangte der US-Präsident einen marktorientierten Yuan-Kurs. Wenn das Land sich in diese Richtung bewege, wäre das ein wesentlicher Beitrag zum globalen Handelsausgleich, sagte Obama am Donnerstag laut Redetext. Seine Kritik an Chinas Währungspolitik fällt in einen Zeitraum, in dem die amerikanische Regierung darüber entscheiden muss, ob sie die Volksrepublik in einem Bericht des Finanzministeriums als sogenannten Währungsmanipulator bezeichnet.

Staaten mit einem Handelsbilanzdefizit müssten mehr sparen und exportieren, sagte Obama. Wer dagegen Überschüsse verzeichne, sollte die Nachfrage im eigenen Land fördern. Die Währungsfrage ist einer der Hauptstreitpunkte im Verhältnis beider Staaten. Die US-Industrie wirft dem Schwellenland seit langem vor, den Yuan künstlich niedrig zu halten und sich auf diese Weise unfaire Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.

US-Außenhandelsdefizit sinkt

Fallende Importe haben das Außenhandelsdefizit der USA bereits im Januar nach unten gedrückt. Die Differenz zwischen Exporten und Importen sank auf gut 37 Mrd. Dollar, wie das US-Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem Fehlbetrag von 41 Mrd. Dollar gerechnet. Im Dezember betrug das Defizit knapp 40 Mrd. Dollar.

Die Ausfuhren gaben von Dezember auf Januar um 0,3 Prozent auf 142 Mrd. Dollar nach. Die Einfuhren schrumpften gleichzeitig mit 1,7 Prozent deutlich stärker und lagen noch bei knapp 180 Mrd. Dollar. Grund dafür sind deutlich geringere Einfuhren von Rohöl: Die USA kauften so wenig Öl ein wie seit Februar 1999 nicht mehr.

Das US-Handelsbilanzdefizit wird an den Märkten mit großer Aufmerksamkeit beobachtet. Weil die USA mehr konsumieren als sie produzieren, muss die Lücke durch massive Kapitalzuflüsse aus dem Ausland geschlossen werden. Bleiben diese aus, droht eine Dollar-Abwertung mit entsprechenden Auswirkungen für die Weltwirtschaft.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 12.03.2010, 18:26 UhrAnonymer Benutzer: Liberty1

    „Als Teil der initiative würden die staatlichen Finanzierungsmöglichkeiten für Ausfuhren ausgebaut“. Übersetzt: der Staat wird Geld zuschießen, um amerikanische Produkte billiger ins Ausland verkaufen zu können, eventuall sogar unter den Herstellungskosten. Dies wird etliche Milliarden Dollar kosten und steht irgendwie im Gegensatz zu der nächsten Aussage: „Staaten mit einem Handelsbilanzdefizit müssten mehr sparen und exportieren, sagte Obama“. Sparen durch subventionierte Exporte funktioniert nicht. Es wäre sinnvoller, den 1-billionen Verteidigungsetat kritisch zu hinterfragen. Eine Kürzung um 50% würde schon das komplette Handelsdefizit ausgleichen. Aber das steht ja nicht zur Debatte.
    Also werden Milliarden in Subventionen gepackt, die dann aber an anderer Stelle nicht mehr ausgegeben werden können. Obwohl, für die USA gilt das ja nicht, da sie eh wie verrückt Geld erschaffen. Würde es aber nach normalen Gesichtspunkten laufen, dann wären diese Subventionen durch höhere Steuern und Abgaben gegen zu finanzieren. Und damit sinkt die Kaufkraft der bürger im gleichen Maße, in dem der Export profitiert. Die Subventionen führen also zu einer nachlassenden inlandsnachfrage, weil den bürgern noch weniger Geld für den privaten Konsum verbleibt.

  • 11.03.2010, 20:25 UhrAnonymer Benutzer: Besseresser

    Man kann nur hoffen, dass die amerikanischen industrie-produkte von besserer Qualität sein werden als die Schrot-Finanzprodukte, bei denen die Welt bluten musste

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