
NEW YORK. Zwischen Thanksgiving Ende November und dem ersten Weihnachtstag seien die Umsätze um 3,6 Prozent gestiegen, teilte das Kreditkartenunternehmen Mastercard in einer ersten Schätzung mit. Rechne man allerdings den 2009 zusätzlich angefallenen Einkaufstag heraus, liege das Plus wohl bei rund einem Prozent und damit im Rahmen der Erwartungen. Für einen Hoffnungsschimmer am Arbeitsmarkt sorgte die wöchentliche Statistik der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung. Die Zahl der Anträge fiel auf den niedrigsten Stand seit 17 Monaten.
Da der private Verbrauch 70 Prozent der US-Wirtschaftsleistung ausmacht, sind die Einzelhandelsumsätze ein wichtiger Indikator für die Konjunkturentwicklung. Analysten sehen das leichte Plus mit sehr vorsichtigem Optimismus. "Der Konsument ist nicht tot, aber er ist auch noch nicht aus dem Krankenhaus heraus", sagte Patti Edwards, Einzelhandels-Analystin bei Storehouse Partners.
Elektronik, Schuhe und Schmuck zogen die meisten Käufer an
Im Vorjahr waren die Umsätze im US-Weihnachtsgeschäft noch um 3,4 Prozent zurückgegangen. Präzise Angaben für 2009 werden am Donnerstag erwartet, wenn die Einzelhändler ihre Dezemberzahlen vorlegen.
Offenbar nutzen viele Amerikaner die bereits im Vorfeld des Fests drastisch herabgesetzten Preise, um sich gezielt Wünsche zu erfüllen. So stiegen jeweils die Umsätze für Unterhaltungselektronik und Schmuck um fast sechs Prozent. Dagegen nahmen die Geschäfte mit Bekleidung, sonst ein klassischer Weihnachtseinkauf, 0,4 Prozent weniger ein.
Während die Kaufhausumsätze um 2,3 Prozent zurückgingen, stiegen die Online-Einkäufe um satte 15 Prozent. Ein Grund für diese Diskrepanz könnten die Schneestürme im Mittleren Westen und an der Ostküste kurz vor Weihnachten gewesen sein, die manchen Käufer bewogen haben dürften, am Bildschirm einzukaufen, statt sich auf den Weg in die Shopping-Mall zu machen.
Von entscheidender Bedeutung für die weitere Entwicklung des Konsums ist der Arbeitsmarkt. Hier gab es in den vergangenen Tagen weitere Anzeichen auf eine Trendwende. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging in der Woche zum 26. Dezember stärker als erwartet auf 432 000 zurück. Das war der niedrigste Stand seit eineinhalb Jahren, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte.
Volkswirte stritten allerdings darüber, inwieweit diese kleine positive Überraschung eine Trendwende anzeigt. Die Pessimisten vermuten, dass die Feiertage einige Arbeitslose davon abgehalten haben, sich bei den Behörden zu melden. Die Optimisten sehen in den aktuellen Daten hingegen einen Hinweis darauf, dass schon im Dezember die Zahl der neugeschaffenen Stellen die der verlorenen Stellen wieder übertroffen haben könnte. Die Zahlen passten in das Bild einer langsamen, stetigen Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt, sagten sie.
Arbeitslosenzahl könnte den Höhepunkt überschritten haben
Die Volkswirte der Deutschen Bank gehen davon aus, dass es im Dezember einen Aufbau von 50 000 Arbeitsstellen gegeben hat. Das würde einem Rückgang der Arbeitslosenquote von 10,0 auf 9,9 Prozent entsprechen. Damit könnte der Höhepunkt der Arbeitslosenzahlen überwunden sein, die sich auf dem höchsten Stand seit 1983 befinden. Die offizielle Arbeitsmarkt-Statistik für Dezember wird am Freitag veröffentlicht.












