Weltbank-Konjunkturprognose : Globale Erholung braucht Jahre

Weltbank-Konjunkturprognose : Globale Erholung braucht Jahre

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Prognosen zur Konjunktur haben Hochsaison

von Mark Fehr

Die Weltbank fürchtet, dass sich die globale wirtschaftliche Erholung in diesem Jahr abschwächen könnte. In ihrem Konjunkturausblick für 2010 schreibt die internationale Organisation: Staatliche Konjunkturprogramme verlieren an Wirkung, die Lage auf den internationalen Finanzmärkten bleibt schwierig und Arbeitslosigkeit schwächt die private Nachfrage auf der ganzen Welt.

Nach dem Einbruch der weltweiten Wirtschaftsleistung um 2,2 Prozent im vergangenen Jahr erwarten die Weltbank-Ökonomen 2010 ein Wachstum von 2,7 Prozent.

Im kommenden Jahr werde die Wirtschaft rund um den Globus um 3,2 Prozent zulegen. Gestützt wird das Weltwachstum durch aufstrebende Entwicklungs- und Schwellenländer.

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Für die etablierten Industrienationen, wie die USA, Japan oder die europäischen Staaten, rechnet die Weltbank dagegen mit durchschnittlichen Zuwächsen von nur 1,8 Prozent in diesem und 2,3 Prozent im kommenden Jahr.

Dabei legt Amerika mit voraussichtlichen 2,5 Prozent in 2010 allerdings deutlich stärker zu als Europa. „Leider ist nicht zu erwarten, dass sich die Weltwirtschaft über Nacht von dieser tiefen, schmerzvollen Krise erholt, denn es wird viele Jahre dauern, ehe die Volkswirtschaften und die Beschäftigung wieder alte Niveaus erreichen“, sagte Justin Lin, Chefvolkswirt der Weltbank, am Donnerstag.

Vor allem die Armen würden einen ganz realen Preis für die Krise zahlen müssen, obwohl für die Entwicklungsländer eine relativ robuste Erholung mit einer jährlichen Wachstumsrate von mehr als fünf Prozent zu erwarten sei.

Die weltweit ärmsten Länder benötigen jedoch nach Einschätzung der Weltbank 30 bis 50 Milliarden Dollar, um ihre Hilfs- und Sozialprogramme aufrecht erhalten zu können.

China wächst – und zieht den Stecker

Stärkstes Zugpferd des weltweiten Wirtschaftswachstums bleibt die Volksrepublik China. Für das Schlussquartal 2009 meldeten die Pekinger Staatsstatistiker am Donnerstag ein BIP-Plus von 10,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – der höchste Zuwachs seit 2007.

Die Regierung betrachtet dies allerdings mit Sorge. Angesichts jüngster Preisexplosionen vor allem im Immobiliensektor und Inflation bei Gütern des täglichen Bedarfs fürchtet sie eine Überhitzung der Wirtschaft.

Die Reaktion ist drastisch: Von einem Tag auf den anderen Zieht Chinas Notenbank den Stecker aus der heiß gelaufenen Wachstumsmaschine. Wie am Mittwoch bekannt wurde, werden einige große Staatsbanken im Januar keine Kredite mehr vergeben.

Das schürt Angst bei Anlegern. Zahlreiche Rohstofftitel verloren an Wert, da China für einen bedeutenden Teil der weltweiten Kohle- Stahl- Erz- oder Kupfernachfrage verantwortlich ist.

Impulse für die deutsche Industrie

Trotzdem beflügelt das Wachstum im Reich der Mitte die deutsche Industrie. Der am Donnerstag veröffentliche Einkaufsmanagerindex stieg auf 53,4 Punkte. Ausgehend von 52,7 Zählern im Dezember 2009 erreicht der Frühindikator aktuell seinen höchsten Stand seit März 2008.

Der Grund: Die deutsche Industrie hat den sechsten Monat in Folge mehr neue Aufträge erhalten und steigerte ihre Produktion wie seit über zwei Jahren nicht mehr.

Verantwortlich für die steigende Nachfrage nach deutschen Produkten waren Kunden in China. Auch die osteuropäische Wirtschaft hatte großes Interesse an Waren made in Germany.

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