
BERLIN/FRANKFURT. "Das Kreditvolumen wird wegen der geringeren Haushaltsmittel sinken, aber das bedeutet nicht, dass wir unser Ziel aufgeben, 50 Prozent dessen einzusparen, was die Bundesrepublik zum Erreichen ihrer Klimaziele benötigt", sagte KfW-Vorstandsmitglied Axel Nawrath dem Handelsblatt. Ziel sei es, mit einem geringeren Fördervolumen die gleiche energieeinsparende Wirkung zu erzielen.
2010 hat die KfW mit ihrem Programm "Energieeffizient bauen und sanieren" 8,7 Milliarden Euro vergeben, nach 8,9 Milliarden in 2009. Damit werden pro Jahr rund ein Prozent der Gebäude saniert. Für die zinsverbilligten Kredite und Zuschüsse stellte der Bund 2010 1,35 Milliarden Euro zur Verfügung.
Zuschuss des Bundes sinkt
Dieses Jahr sinkt der Zuschuss auf 436 Millionen Euro. Hinzu kommen 500 Millionen aus dem neu geschaffenen Klimafonds. "Zur Umsetzung der Klimaziele der Bundesregierung und für eine Sanierungsrate von zwei Prozent wäre eine jährliche Förderung in Höhe von fünf Milliarden Euro vonnöten", kritisiert Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) die Sparbeschlüsse.
Die KfW hingegen will effizienter fördern. 2010 hatte sie bereits die Bedingungen verschärft. So wurden Einzelmaßnahmen wie der Ersatz von Nachtstromheizungen nicht mehr bezuschusst, dafür vermehrt die Grundsanierung von Häusern. "Wir fördern auch nicht mehr Maßnahmen, die durch die neue Bauordnung ohnehin vorgegeben werden, sondern solche, die darüber hinausgehen", sagte Nawrath.
Mit ihrem Energiekonzept will die Bundesregierung den CO2-Ausstoß bis 2050 um die Hälfte senken. "Ein zentraler Schwerpunkt liegt bei der Sanierung des Gebäudebestands", heißt es im Konzept. Rund 40 Prozent des Endenergieverbrauchs und ein Drittel der CO2-Emissionen entfallen auf diesen Bereich. 2050 sollen die Gebäude klimaneutral sein, also wenig Energie verbrauchen und wenn, dann aus Ökoenergien. "Der Fahrplan basiert dabei auf finanziellen Anreizen", heißt es. Dazu müsste die Sanierungsrate mehr als verdoppelt werden.
Unternehmen fordern Entscheidung
Da die Fördermittel sinken, dürfte das Ziel kaum zu erreichen sein. Auch steht nicht fest, dass die 500 Millionen aus dem Klimafonds jährlich zur Verfügung stehen. Der Fonds dient auch dazu, Elektromobilität oder Ökoenergien zu fördern. GdW-Präsident Gedaschko fordert Planbarkeit und daher eine "mehrjährige Festlegung".
Bauminister Peter Ramsauer (CSU) arbeitet an einem zusätzlichen Programm "Energetische Städtebausanierung". Allerdings ist unklar, woher das Geld kommen soll. Es werde verhandelt, heißt es im Ministerium. Auch gibt es noch keinen Entwurf für eine Mietrechtsreform. Ziel ist es, den Vermietern Anreize zu geben, ihre Häuser energetisch zu sanieren. Dazu sind Abschreibungsmöglichkeiten im Gespräch sowie Modelle, über die Mieter und Vermieter von Energieeinsparungen profitieren.













