Preissteigerung: Deutsche Inflationsrate steigt um zwei Prozent

Preissteigerung: Deutsche Inflationsrate steigt um zwei Prozent

, aktualisiert 27. April 2017, 14:08 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Gestiegene Preise für Energie und Urlaubsreisen haben die Inflation in Deutschland im Ferienmonat April nach oben getrieben. Das dürfte den Druck auf die Europäische Zentralbank und deren Zinspolitik erhöhen.

FrankfurtDie Inflation in Deutschland ist im April einen Tick stärker gestiegen als erwartet. Vor allem teurere Reisen über Ostern sorgten dafür, dass die Verbraucherpreise im Schnitt 2,0 Prozent über dem Niveau vor einem Jahr lagen, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit 1,9 Prozent gerechnet. Im Februar war die Teuerung mit 2,2 Prozent auf den höchsten Wert seit Mitte 2012 gestiegen und dann im März vorübergehend auf 1,6 Prozent gefallen. Damit liegt die Inflationsrate nun nahe dem Niveau von knapp zwei Prozent, das die Europäische Zentralbank als ideal für die Konjunktur anstrebt.

Vor allem die Ostertage haben die Inflationsrate zuletzt beeinflusst. Denn in diesem Jahr fielen die Feiertage in den April, 2016 jedoch in den März. Damit verteuerten sich Pauschalreisen in vielen Bundesländern um mehr als zehn Prozent. Ein Beleg dafür ist auch, dass Dienstleistungen binnen Jahresfrist bundesweit 1,7 Prozent mehr kosteten. Im März hatte es hier nur ein Plus von 0,7 Prozent gegeben. Energie verteuerte sich wie zuletzt um 5,1 Prozent, während sich der Preisschub bei Lebensmitteln mit 1,8 Prozent etwas verringerte.

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Von März auf April blieben die gesamten Verbraucherpreise unverändert. Weitere Details wollen die Statistiker am 12. Mai bekanntgeben.

Mit den neuen Zahlen steigt der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), ihre Geldpolitik zu straffen. Die EZB spricht bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen. Sie hat den Leitzins auf null Prozent gesenkt, um die Gefahr einer Deflation – eines Preisverfalls auf breiter Front – zu verhindern. Außerdem pumpt sie jeden Monat über Staatsanleihenkäufe Milliarden in die Wirtschaft.

Die Preissteigerungsrate sank im März dieses Jahres noch auf 1,6 Prozent, nachdem im Januar und Februar noch Werte von 1,9 beziehungsweise 2,2 Prozent gemessen worden waren. Durch diesen Rückgang hatte sich nach Ansicht des Marktforschungsunternehmens GfK sich die Einkommenserwartung der Verbraucher - ein Indikator für das Konsumklima - verbessert. GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl: „Weil die Verbraucher doch verstärkt sehen, dass die Kaufkraft ihrer Einkünfte nicht so stark geschmälert wird.“ Die Deutschen reagierten traditionell sensibel auf steigende Preise. „Und angesichts der derzeitigen Null-Zins-Politik sind diese für viele noch gravierender“, sagte er .

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Quelle:  Handelsblatt Online
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