Preissteigerung: Inflation in Euro-Zone fällt auf 1,5 Prozent

Preissteigerung: Inflation in Euro-Zone fällt auf 1,5 Prozent

, aktualisiert 31. März 2017, 11:06 Uhr
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Die Preisentwicklung ist eine der wichtigsten Kenngrößen für die Geld- und Wirtschaftspolitik.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Inflationsdruck in der Euro-Zone hat im März nachgelassen. Die Teuerungsrate lag bei 1,5 Prozent. Zuvor lagen auch die deutschen Inflationszahlen niedriger. Die Europäische Zentralbank dürfte sich bestätigt sehen.

Luxemburg/DüsseldorfDie Inflationsrate in der Euro-Zone ist im März erstmals wieder gesunken. Die Verbraucherpreise stiegen nur noch um 1,5 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Europäische Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte. Grund für die nachlassende Inflation im März: Die Energiepreise steigen nicht mehr so stark. Die Kosten lagen nur noch um 7,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, nachdem es im Februar noch 9,2 Prozent waren. Dienstleistungen verteuerten sich diesmal um 1,0 Prozent, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak um 1,8 Prozent.

Im Februar hatte die europäische Teuerungsrate mit 2,0 Prozent noch den höchsten Wert seit Januar 2013 erreicht. Dadurch waren die Stimmen lauter geworden, die eine Kehrtwende in der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) fordern. Insbesondere aus Deutschland wurde EZB-Präsident Mario Draghi scharf kritisiert: Seine Nullzinspolitik führe angesichts der zu diesem Zeitpunkt anziehenden Inflation zu einer Enteignung der Sparer.

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Die Finanzmärkte hatten wegen des stärkeren Inflationsdrucks in den beiden ersten Monaten des Jahres auf eine näher rückende Zinserhöhung spekuliert. Mit den neuen Zahlen aus der Euro-Zone sinkt nun der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), ihre Geldpolitik zu lockern. Die EZB spricht nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen. Sie hat den Leitzins auf null Prozent gesenkt, um die Gefahr einer Deflation – eines Preisverfalls auf breiter Front – zu verhindern. Außerdem pumpt sie jeden Monat über Staatsanleihenkäufe Milliarden in die Wirtschaft.

Bereits am gestrigen Donnerstag hatten neue Inflationsraten für Deutschland den Takt vorgegeben: Der Inflationsdruck in Deutschland hat im März demnach erstmals seit knapp einem Jahr nachgelassen. Die Teuerungsrate lag bei 1,6 Prozent nach 2,2 Prozent im Februar.

Grund für die gesunkene Inflationsrate war der in den vergangenen Wochen gefallene Ölpreis. Dadurch kostete Heizöl etwa in Hessen 5,4 Prozent weniger als im Vormonat, während Kraftstoffe wie Benzin um 2,6 Prozent günstiger zu haben waren. Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) hatte sich Ende 2016 angesichts niedriger Preise mit anderen Förderländern auf eine Drosselung der Produktion verständigt, was den Preis nach oben getrieben hat. Dadurch ist die kostspieligere Förderung von US-Schieferöl durch Fracking-Technik wieder attraktiver geworden, weshalb die dortigen Lagertanks gut gefüllt sind. Das drückt den Ölpreis wieder.

Quelle:  Handelsblatt Online
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