Privatbanken: Bankhaus Lampe verdoppelt Gewinn

Privatbanken: Bankhaus Lampe verdoppelt Gewinn

, aktualisiert 22. März 2017, 16:22 Uhr
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Das Bankhaus Lampe gehört zur Oetker-Gruppe. Stammsitz ist Bielefeld, die Geschäftsführung sitzt in Düsseldorf.

von Felix HoltermannQuelle:Handelsblatt Online

Das Bielefelder Bankhaus Lampe hat 2016 seinen Gewinn mehr als verdoppelt – vor allem aufgrund des Verkaufs der Fondsgesellschaft Universal. Die Einnahmen aus dem regulären Geschäft sanken, auch wegen der Niedrigzinsen.

DüsseldorfGute Nachrichten für die Oetkers: Der Bielefelder Industriellenfamilie gehört neben dem gleichnamigen Nahrungsmittelkonzern auch das kleine, feine Bankhaus Lampe. Und das hat 2016 seinen Gewinn nach Steuern mehr als verdoppeln können auf 55 Millionen Euro, nach 23 Millionen Euro im Vorjahr. Der Gewinn soll nun vollständig an die Eigentümer ausgeschüttet werden.

In den vergangenen Jahren wurden Teile des Gewinns zur Stärkung des Eigenkapitals verwendet. „Das ist nun nicht mehr nötig“, sagte Stephan Schüller, Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter bei der Vorstellung der Jahresbilanz in Düsseldorf. Schließlich habe man das Eigenkapitalpolster erfolgreich gestärkt, die harte Kernkapitalquote konnte auf mehr als 15 Prozent erhöht werden.

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Generell bewege man sich in einem schwierigen Marktumfeld, sagte der Privatbankier. Der Zinsüberschuss betrug 49 Millionen Euro, ein Plus von knapp 14 Prozent. Gemessen an den Kundeneinlagen von rund 2,1 Milliarden Euro fällt er dennoch gering aus. Schüller erklärt das vor allem mit der anhaltenden Niedrigzinsphase: „An Einlagen verdienen wir nichts mehr.“ Das Bankhaus Lampe verlangt von Firmenkunden heute eine Geldaufbewahrungsgebühr von bis zu 0,4 Prozent pro Jahr. Privatvermögen sind ausgenommen. Traditionell stark ist Lampe beim Provisionsüberschuss, der einen Großteil zum Gewinn beisteuert. Während er im Vorjahr noch um über 20 Prozent gesteigert werden konnte, ging er 2016 um rund neun Prozent zurück.

Der insgesamt gesunkene operative Ertrag dürfte den Privatbankiers als Warnsignal dienen – insbesondere, da der Verwaltungsaufwand, also die Personal- und Sachausgaben, mit gut 13 Prozent stark angestiegen ist. Man habe Personal in den zwölf Niederlassungen aufgestockt, erklärte Schüller, und in die Vermögensverwaltung investiert. Mit diesen Schritten soll das Kerngeschäft, die Beratung vermögender Privatkunden und Familienunternehmer, in Zukunft weiter ausgebaut werden. Die Bilanzsumme, die zu rund zwei Dritteln aus Kundeneinlagen besteht, soll laut Schüller eher weiter schrumpfen.

„Der Jahresabschluss 2016 ist nicht repräsentativ“, betonte der Sprecher der Gesellschafter. So resultierte der Gewinnsprung vor allem aus dem Verkauf der Frankfurter Fondsgesellschaft Universal-Investment. Universal, 1968 als Fondsgesellschaft der deutschen Privatbankiers gegründet, gehörte zuletzt noch rund zur Hälfte dem Bankhaus Lampe sowie der Hamburger Berenberg-Bank. Zum Jahresanfang 2017 hat die Londoner Beteiligungsgesellschaft Montagu Private Equity das Fondshaus komplett übernommen.

„Die Zeiten haben sich gewandelt“, kommentierte Schüller den Verkauf. Heute müsse man als Vermögensverwalter keine Kapitalanlagegesellschaft mehr besitzen. Die Zeiten, als Banken ihren Kunden vor allem eigene Fonds anboten, sind damit auch bei den Privatbankiers endgültig vorbei. Auch vermögende Privatkunden greifen immer öfter zu kostengünstigen Indexfonds oder anderen Anlageformen.

Und es gibt laut Schüller noch einen Grund, die traditionsreiche Fondsgesellschaft für einen dreistelligen Millionenbetrag zu verkaufen: Mit einem verwalteten Fondsvermögen von 24 Milliarden Euro seien die Risiken für das Bankhaus Lampe schlicht zu groß geworden. Lampe selbst hat eine vergleichsweise kleine Bilanzsumme von 2,9 Milliarden Euro, galt lange als mögliches Übernahmeziel. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank kommt auf 1,5 Billionen Euro.

Quelle:  Handelsblatt Online
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