Private Krankenversicherung: So gelingt der Wechsel zurück in die GKV

Private Krankenversicherung: So gelingt der Wechsel zurück in die GKV

von Jens HagenQuelle:Handelsblatt Online

Bei mehreren großen Gesellschaften müssen privat Versicherte jetzt mehr zahlen. Die Beitragserhöhungen fallen bei einigen Versicherern üppig aus. Wie Versicherte zu den gesetzlichen Kassen zurückkehren können.

An schlechte Nachrichten haben sich viele Privatversicherte bereits gewöhnt. Die aktuellen Meldungen dürften hunderttausende Privatpatienten aber überhaupt nicht mehr gefallen.

Nach einem Bericht des „Tagesspiegel“, steigen bei dem zweitgrößten privaten Krankenversicherer, der DKV, die Tarife pro Monat um bis zu 130 Euro. Über alle Tarife erhöhten sich die Beiträge um 7,8 Prozent, erklärte eine Sprecherin. Knapp 60 Prozent der rund 880.000 Vollversicherten sind betroffen. Die Anpassungen seien auf 129,90 Euro im Monat für jüngere Versicherte und auf 79,90 Euro für über 65-Jährige gedeckelt.

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Die Axa – Nummer vier der Branche – erhöhte zum Jahreswechsel bei 790.000 Vollversicherten die Beiträge um fünf Prozent. Dabei gab es Ausreißer, etwa den Tarif „Vital250“, der für für rund 30.000 Versicherte um rund ein Drittel teurer wurde. Das letzte Mal sei dieser Tarif 2012 angepasst worden, erklärte eine Sprecherin.

Wer wieder zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln kann

  • Höchstalter

    Zurück in die gesetzliche Kasse dürfen Versicherte, die nicht älter als 55 sind und einige Bedingungen erfüllen (siehe Kurztexte unten).

  • Angestellte

    Angestellte , deren Einkommen unter die Pflichtgrenze von 53.550 Euro brutto fällt

  • Selbstständige

    Selbstständige, die sich wieder anstellen lassen und unter 53.550 Euro verdienen

  • Arbeitslose

    Bezieher von Arbeitslosengeld

  • Väter und Mütter nach der Elternzeit

    Väter und Mütter, die nach der Elternzeit mit einem Teilzeitjob weniger als 53.550 Euro brutto pro Jahr verdienen.

Die Beiträge steigen bei vielen Tarifen von Jahr zu Jahr – manche privat Versicherte können oder möchten sich den teuren Krankenschutz deshalb nicht mehr leisten. Der Nachteil eines Wechsels: Die Altersrückstellungen, die die Versicherten im Laufe der Jahre angespart haben, sind weg. Außerdem müssen sie auf bestimmte Leistungen, die in der privaten Police noch abgedeckt waren, bei den gesetzlichen Kassen verzichten.

Aber auch der gesetzliche Versicherungsschutz (GKV) kann teuer kommen, etwa in der Rentenphase. Wer nicht 90 Prozent seiner Lebensarbeitszeit in der GKV war, muss als ein freiwilliges Mitglied damit rechnen, dass auf alle Einkünfte, etwa aus der privaten und gesetzlichen Rente, der Beitragssatz der Kasse fällig wird.

Wichtige Einkommensgrenze

Ein Wechsel sollte deshalb immer abgewogen werden. Verbraucherzentralen und Versicherungsberater prüfen Einzelfälle. „Eine pauschale Aussage, ob die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung lohnt, ist nicht möglich“, sagt Timo Voß, der die Verbraucherberatung beim Bund der Versicherten leitet.

Und nicht jeder kommt aus seinem Privattarif einfach heraus. Wer älter als 55 Jahre ist, hat keine Chance auf einen Wechsel, wenn in den vergangenen fünf Jahren keine GKV-Mitgliedschaft bestand. Für Jüngere gelten Einkommensgrenzen. Angestellte, die zurück in die GKV möchten, können ihr Bruttoeinkommen unter die Jahresarbeitsentgeltgrenze von 56.250 Euro drücken.

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Das ist etwa mit einer reduzierten Arbeitszeit möglich, wenn der Chef mitspielt. Wichtig: Im Arbeitsvertrag darf nicht der Eindruck erweckt werden, dass die Jahresarbeitsentgeltgrenze nur kurzfristig unterschritten wird. Bei höheren Einkommen kann ein Anteil des Gehalts in die betriebliche Altersvorsorge im Rahmen der Entgeltumwandlung fließen, um so die Einkommensgrenze zu unterschreiten.

Selbstständigen fällt der Wechsel schon schwerer. Ihnen bleibt nur die Anstellung. Die selbstständige Tätigkeit kann dabei als Nebenberuf weitergeführt werden. Aber: Die Einkünfte müssen unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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