Privatkundengeschäft: Deutsche Bank liebäugelt mit Integration der Postbank

Privatkundengeschäft: Deutsche Bank liebäugelt mit Integration der Postbank

, aktualisiert 25. Oktober 2016, 15:48 Uhr
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Die Postbank könnte wieder stärker in die Deutsche Bank integriert werden.

Quelle:Handelsblatt Online

Über eine Reintegration der Postbank in die Deutsche Bank wird schon länger diskutiert. Nun sollen die Pläne konkreter werden. Das Privatkundengeschäft der beiden Geldhäuser könnte in einer Holding gebündelt werden.

FrankfurtDie Deutsche Bank denkt Finanz- und Aufsichtskreisen zufolge intensiv über eine Vollintegration der Postbank in den Konzern nach. Es gebe Überlegungen, die Bonner Tochter als Unternehmen aufzulösen und nur die Marke zu erhalten, sagten mehrere mit den Überlegungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.

„Das ist eine Variante, die im Moment intern stark unterstützt wird, denn die Einlagen der Postbank sind bedeutsamer geworden“, betonte einer der Insider. Demnach würde das Privatkundengeschäft von Postbank und Deutscher Bank in einer eigenen Holding unter dem Konzerndach gebündelt – so könnte die Deutsche Bank auf die Einlagen der Postbank zugreifen, was ihre Refinanzierung erleichtert. Verbunden wäre ein solcher Schritt mit einem verschärften Sparkurs und dem Abbau tausender Stellen, erläuterte ein anderer Insider.

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Die Überlegungen seien zwar noch in einem frühen Stadium und der Ausgang offen. Dennoch werde der Aufsichtsrat bei seiner Sitzung an diesem Mittwoch unter anderem auch darüber sprechen. Ein weiterer Insider sagte, auch die Bankenaufsicht sei über entsprechende Überlegungen im Bilde. Die Deutsche Bank und die Postbank wollten sich zu den Informationen nicht äußern.

Bereits im Juli war aus Finanzkreisen durchgesickert, dass die Wiedereingliederung der Postbank zumindest eine theoretische Option für die Deutsche Bank ist. Eigentlich hatte sich Deutschlands größtes Geldhaus im Rahmen seines Schrumpfkurses vorgenommen, die Postbank spätestens Ende 2018 aus der Bilanz zu bekommen, um die dann geltenden strengeren Kapitalvorschriften zu erfüllen. Doch die Käufer stehen nicht gerade Schlange und die Aussichten für einen Börsengang sind mau.

Vorstandschef John Cryan steht bei Investoren und Analysten zunehmend unter Druck, weil die bisherigen Sanierungserfolge überschaubar und die Kosten weiter viel zu hoch sind. Der Aufsichtsrat stellt sich deshalb darauf ein, dass Cryan die vor einem Jahr geerbte „Strategie 2020“ noch einmal nachbessert. Ein radikalerer Stellenabbau wird in der Führung der Bank bereits durchgespielt, wie Reuters Mitte Oktober aus Finanzkreisen erfahren hatte.

Quelle:  Handelsblatt Online
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