Problemkredite: Aufseherin verteidigt Vorstoß der EZB

Problemkredite: Aufseherin verteidigt Vorstoß der EZB

, aktualisiert 09. November 2017, 11:19 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Bankenaufseherin Nouy spricht sich für die Richtlinien der europäischen Notenbank zum Umgang mit neuen Problemdarlehen aus. Der juristische Dienst des EU-Parlaments hatte bemängelt, die EZB überschreite ihre Kompetenzen.

FrankfurtDie oberste EZB-Bankenkaufseherin hat im Europa-Parlament in Brüssel ihre Pläne zum künftigen Umgang mit faulen Krediten gegen Kritik verteidigt. Angesichts des derzeitigen günstigen konjunkturellen Umfelds sei es „die richtige Zeit“ für einen solchen Vorstoß, sagte Daniele Nouy am Donnerstag vor dem Wirtschaftsausschuss des Parlaments.

Sobald es grünes Licht für das Vorhaben gebe, werde es in das Mandat und die Zuständigkeit der Europäischen Zentralbank fallen. Der juristische Dienst des EU-Parlaments hatte zuvor bemängelt, dass die EZB mit ihrem Plan ihre Kompetenzen überschreite.

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Die Euro-Notenbank ist seit Herbst 2014 zusätzlich für die Aufsicht der größten Banken im Währungsraum zuständig. In dieser Funktion hatte sie kürzlich Richtlinien zum künftigen Umgang mit neuen Problemdarlehen vorgestellt. Insbesondere in Italien hat dies heftige Kritik ausgelöst. Dort wird befürchtet, dass heimische Banken zu stark belastet werden. Zudem besteht die Sorge, dass ähnliche Vorgaben künftig auch für den Altbestand an faulen Darlehen aufgestellt werden.

Denn hier liegt das eigentliche Problem. Auf italienische Banken entfällt immer noch rund ein Viertel aller Problemkredite in der Euro-Zone. Allein Italiens führende Privatkundenbank Intesa Sanpaolo schrieb im dritten Quartal faule Kredite im Umfang von 646 Millionen Euro ab.

EZB-Präsident Mario Draghi hat zu gemeinsamen Anstrengungen zum Abbau des Milliardenbergs an faulen Krediten aufgerufen. Als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise schleppen die Banken in der Euro-Zone 844 Milliarden Euro an ausfallgefährdeten Darlehen mit sich herum. Damit nimmt ihre Bereitschaft ab, neues Geld zu verleihen, was das Wachstum der Wirtschaft dämpft.

Quelle:  Handelsblatt Online
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