Prozess in Moskau: Deutsche Bank gewinnt gegen gefeuerten Aktienhändler

Prozess in Moskau: Deutsche Bank gewinnt gegen gefeuerten Aktienhändler

, aktualisiert 01. Februar 2016, 14:46 Uhr
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Die Vorwürfe verbotener Transaktionen im russischen Aktiengeschäft dürften der Deutschen Bank in den USA eine hohe Strafe einbrocken.

Quelle:Handelsblatt Online

Ein Aktienhändler der Deutschen Bank hat zunächst erfolglos gegen seine Entlassung geklagt. Der Mitarbeiter war wegen umstrittener Aktiengeschäfte in Moskau vor die Tür gesetzt worden. Er wehrt sich gegen das Urteil.

Die Deutsche Bank hat im Streit mit ihrem ehemaligen Chef-Händler in Russland einen Etappensieg errungen. Ein Moskauer Gericht wies am Montag eine Klage von Tim Wiswell gegen seine Entlassung zurück. Gründe für die Ablehnung nannte die zuständige Richterin nicht.

Wiswells Anwältin kündigte umgehend an, in Berufung zu gehen. Die Deutsche Bank hat Wiswell und zwei weitere Händler in Moskau wegen dubioser Aktiengeschäfte entlassen. Mit ihnen wurde nach Einschätzung von Ermittlern Rubel-Schwarzgeld in Höhe von zehn Milliarden Dollar gewaschen.

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Wiswells Anwältin hatte erklärt, die Geschäfte ihres Mandanten seien der Compliance-Abteilung von Deutschlands größter Bank bekannt gewesen. Sie vermutet, dass Wiswell in Wahrheit gefeuert wurde, weil er Geschäfte mit einem Kunden gemacht habe, der Personen nahestehe, gegen die wegen des russischen Vorgehens in der Ukraine Sanktionen verhängt wurden. Die Deutsche Bank, die sich am Montag nicht zu dem Fall äußern wollte, wies die Vorwürfe zurück.

Finanzkreisen zufolge hat die russische Zentralbank das Frankfurter Geldhaus im vergangenen Jahr auf verdächtige Geschäfte zwischen Moskau und London aufmerksam gemacht. Anschließend habe die Deutschen Bank selbst die europäischen Aufsichtsbehörden informiert. Weil sich mittlerweile auch US-Ermittler eingeschaltet haben, droht der Bank eine empfindliche Strafe. „Das kann richtig teuer werden“, sagt ein Aufseher.

Bei der Aufarbeitung milliardenschwerer Rechtsstreitigkeiten zählt Russland neben US-Hypothekenklagen und Vorwürfen der Günstlingswirtschaft in Asien zu den Fällen, die der Deutschen Bank am meisten unter den Nägeln brennen.

2015 gab das Geldhaus bekannt, das Investmentbanking in Russland aufzugeben. In der Vermögensverwaltung, dem Zahlungsverkehr und der Exportfinanzierung will die Bank in dem Land präsent bleiben, Kunden sollen aber strenger ausgesiebt werden.

Quellle:  Handelsblatt Online
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