Quartalsbilanz: BayernLB steigert den Gewinn

Quartalsbilanz: BayernLB steigert den Gewinn

, aktualisiert 11. Mai 2017, 14:45 Uhr
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Die BayernLB gibt Negativzinsen, die die EZB von ihr verlangt, an Profi-Investoren, Unternehmen und Sparkassen weiter.

Quelle:Handelsblatt Online

Für die Landesbank wird es immer leichter, Belastungen durch die EZB-Niedrigzinspolitik auf ihre Kunden abzuwälzen. Im ersten Jahresquartal steigt das Vorsteuerergebnis um das Anderthalbfache. Einer freut sich besonders darüber.

FrankfurtDie BayernLB kommt mit den Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EBZ) immer besser zurecht. Im ersten Quartal hat die Landesbank ihr Vorsteuerergebnis mehr als verdoppelt auf 230 Millionen Euro. Das Geldhaus profitierte dabei unter anderem von der robusten Wirtschaftsentwicklung in Deutschland sowie einer besseren Bonitätsnote. „Inzwischen bekommen wir viele Gelder zu Negativzinsen eingelegt, gerade von institutionellen Investoren“, sagte Finanzchef Markus Wiegelmann der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. „Das macht sich im Zinsüberschuss positiv bemerkbar.“

Die EZB verlangt von Geschäftsbanken seit Sommer 2014 Strafzinsen, wenn diese Geld über Nacht bei ihr parken. Seit Frühjahr 2016 liegt der Satz bei 0,4 Prozent. Die BayernLB gibt diese Negativzinsen inzwischen an Profi-Investoren, Unternehmen und Sparkassen weiter, wenn diese kurzfristig hohe Summen bei den Münchener lagern. Im ersten Quartal stieg der Zinsüberschuss der Bank um 16 Prozent auf 430 Millionen Euro.

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Wegen der guten Konjunktur konnte die BayernLB von Januar bis Ende März zudem erneut mehr Wertberichtigungen auflösen, als sie Geld für faule Kredite zurücklegen musste – unter dem Strich stand ein Plus von 95 Millionen Euro nach 15 Millionen Euro vor Jahresfrist. Zudem schnellte das Ergebnis der Finanzmarkt-Sparte um 117 Millionen Euro nach oben, unter anderem wegen des steigenden Werts von Derivaten in der eigenen Bilanz. Außerdem konnte sich die Bank dank einer besseren Bonitätsnote von der Ratingagentur Moody's billiger refinanzieren. „Der Gewinn hängt immer auch vom Einkauf ab“, betonte Finanzchef Wiegelmann. „Und der Geldeinkauf ist für die Bank deutlich günstiger geworden.“


Bayerns Finanzminister ist zufrieden mit dem Ergebnis

Die BayernLB wurde in der Finanzkrise vom Land Bayern gerettet und muss auf Druck der EU-Kommission bis 2019 fünf Milliarden Euro an den Freistaat zurückzahlen. Eine Milliarde Euro davon ist noch offen – der Vorstand will sie nach Reuters-Informationen durch die Rückführung einer Stillen Einlage möglichst noch in diesem Jahr abstottern. Beim aktuellen Kapitalpuffer, der deutlich dicker ist als von der EZB vorgeschrieben, wäre das rechnerisch möglich: Bei voller Umsetzung der härteren Basel-III-Regeln kam die Bank Ende März auf eine harte Kernkapitalquote von 13,1 Prozent.


Die BayernLB benötig für die Rückzahlung grünes Licht von der EZB und der EU-Kommission. „Mit denen sind wir im Austausch“, sagte Wiegelmann. Ziel sei es, dass EU-Verfahren vorzeitig zu beenden. „Die Stille Einlage ist mit zehn Prozent verzinst, die kostet auch ein bisschen Geld. Von daher streben wir schon an, dass wir es möglich schnell abschließen.“ Nach dem Ende des EU-Verfahrens könnte die Bank zudem wieder mehr Geschäfte im Ausland machen, vor allem im Immobiliensektor.

Die Bayern haben 2015 und 2016 jeweils den höchsten Gewinn aller Landesbanken erzielt und peilen auch im laufenden Jahr ein Vorsteuerergebnis im mittleren dreistelligen Millionenbereich an. Der Mehrheitseigner, das Land Bayern, ist zufrieden mit der Entwicklung. „Der Aufwärtstrend setzt sich fort“, erklärte der bayerische Finanzminister Markus Söder.

Quelle:  Handelsblatt Online
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