Quartalsbilanz: Commerzbank mit hohem Verlust

Quartalsbilanz: Commerzbank mit hohem Verlust

, aktualisiert 02. August 2017, 07:23 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Der Abbau Tausender Stellen hat bei der Commerzbank im zweiten Quartal ein tiefes Loch in die Bilanz gerissen. Auch das operative Geschäft läuft schlechter als ein Jahr zuvor. Die Aktie fällt vorbörslich deutlich.

FrankfurtDie Kosten für den Abbau von mehr als 7000 Stellen haben die Commerzbank im zweiten Quartal wie erwartet in die Verlustzone gedrückt. Der Verlust nach Steuern fiel mit 624 Millionen Euro etwas höher aus als Analysten erwartet hatten, wie die Commerzbank am Mittwoch mitteilte. Die zweitgrößte börsennotierte Bank Deutschlands verbuchte die Kosten von 807 Millionen Euro für den Konzernumbau komplett im zweiten Quartal, nachdem sie sich mit den Betriebsräten auf die Konditionen für das Abbauprogramm geeinigt hatte. Doch auch das operative Geschäft lief deutlich schlechter als ein Jahr zuvor. Trotzdem soll es zum Jahresende zu einem „leicht positiven“ Ergebnis reichen.

Analysten hatten einen Verlust von 556 Millionen Euro erwartet. Im Vorjahreszeitraum stand hier noch ein Gewinn von 209 Millionen Euro. Trotz der Restrukturierungsaufwendungen liegt die harte Kernkapitalquote bei 13,0 Prozent. Noch im ersten Quartal dieses Jahres betrug diese Quote 12,5 Prozent. Der Kurs der Aktie liegt vorbörslich ein Prozent im Minus bei 11,10 Euro.

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Die grobe Richtung ihres Geschäftsergebnisse hatte das Geldhaus schon Ende Juni skizziert: 810 Millionen Euro stellt das Institut für Abfindungen und andere Kosten des Stellenabbaus zurück. Das werde zu einem Verlust im Quartal führen, hatte die Bank erklärt.

Die teilverstaatlichte Commerzbank will bis zum Jahr 2020 insgesamt 9600 Vollzeitstellen streichen, ohne das Filialnetz auszudünnen. Nach monatelangen Verhandlungen hatten sich die Frankfurter Mitte Juli mit den Arbeitnehmervertretern auf die Rahmenbedingungen des Abbaus geeinigt. Details sollen in den kommenden Monaten beraten werden.

Betriebsbedingte Kündigungen will die Bank vermeiden, schließt sie aber nicht völlig aus. Etwa 1650 Stellen waren bis Ende März bereits weggefallen, auf Vollzeitbasis waren noch 41 600 Menschen bei der Bank beschäftigt.

Die Commerzbank leidet wie viele andere Banken unter den niedrigen Zinsen, die die Einnahmen schmälern. Hinzu kommen hausgemachte Probleme wie faule Schiffskredite angesichts der Krise der Container-Reedereien.

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Quelle:  Handelsblatt Online
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