Quartalsergebnis: John Cryan verkündet drastischen Gewinnrückgang

Quartalsergebnis: John Cryan verkündet drastischen Gewinnrückgang

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Trotz schlechter Zahlen: Deutsche-Bank-Chef John Cryan zeigt sich „zufrieden mit unseren Fortschritten“.

Quelle:Handelsblatt Online

Deutschlands größte Bank hat im zweiten Quartal nach Steuern nur einen Mini-Gewinn erzielt. Vorstandschef John Cryan zeigt sich dennoch „zufrieden mit unseren Fortschritten“ und deutet mögliche weitere Einsparungen an.

Die Deutsche Bank hat schlimme Wochen hinter sich und die neuesten Geschäftszahlen werden Sorgen der leidgeprüften Investoren nicht zerstreuen können. Im zweiten Quartal erzielte das größte heimische Geldhaus nur einen minimalen Nettogewinn von 20 Millionen Euro. Das entspricht einer gerade noch wahrnehmbaren Eigenkapitalrendite von 0,1 Prozent. Zum Vergleich: Im Vorjahresquartal verdiente die Bank unter dem Strich 818 Millionen Euro, in den ersten drei Monaten 2016 waren es 236 Millionen Euro.

Deutsche Bank Radikalumbau beschert herben Gewinneinbruch

Gerade so schwarz – so könnten die Quartalszahlen der Deutschen Bank in Kurzform beschrieben werden. Vorstandschef John Cryan warnt vor einem anhaltend schwachen Umfeld – und muss den Sparkurs überdenken.

Dunkle Wolken über der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. Quelle: dpa

Die Erträge schrumpften im Quartal um 20 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro, was das Institut auf ein schwieriges Marktumfeld, Unsicherheit nach dem britischen EU-Referendum und die niedrigen Zinsen zurückführt. Außerdem hatte die Bank auch bewusst Geschäftsbereiche geschrumpft. Das alles wirke sich vor allem auf die wichtige Kapitalmarktsparte (Global Markets), die Unternehmensfinanzierung und die Vermögensverwaltung aus. „Der anhaltende Umbau der Bank schlägt sich in unseren Ergebnissen nieder. Wir sind aber zufrieden mit unseren Fortschritten“, sagte Vorstandschef John Cryan. Der Brite führt das Institut seit etwas mehr als einem Jahr.

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Das Vorsteuerergebnis in Höhe von 408 Millionen Euro für die Monate von April bis Juni liegt zwei Drittel unter dem Wert des Vorjahres. Die harte Kernkapitalquote kletterte leicht um 0,1 Prozentpunkt auf 10,8 Prozent. Analysten hatten eine Kernkapitalquote von 11,3 Prozent vorausgesagt. Mit dem Ergebnis nach Steuern trifft die Bank in etwa die Erwartungen der Experten. Sie hatten im Schnitt einen Nettogewinn von elf Millionen Euro prophezeit. Dennoch geriet der Kurs der Deutsche-Bank-Aktie an der Frankfurter Börse am Morgen unter heftigen Druck. Die Titel gaben in der Spitze um mehr als fünf Prozent auf knapp 12,20 Euro nach.

Der Gewinn kam aber nur zustande, weil von April bis Ende Juni kaum Rechtskosten anfielen. Im zweiten Quartal schlugen sie nur noch mit 120 Millionen Euro zu Buche - vor einem Jahr war es noch das Zehnfache. Dabei profitierte die Bank auch davon, dass die Manager-Haftpflichtversicherung einen kleinen Teil des Schadens erstattete, den der ehemalige Bankchef Rolf Breuer mit seinen Äußerungen über den Filmunternehmer Leo Kirch angerichtet hatte. Die Bank hatte in einem Vergleich mehr als 900 Millionen Euro gezahlt, um die jahrelange Auseinandersetzung mit Kirchs Erben beizulegen. Etwa ein Zehntel erstatteten die Versicherer.

Finanzchef Marcus Schenck sagte am Mittwoch vor Analysten, die Bank gehe davon aus, dass sie ihre vier größten Auseinandersetzungen mit Klägern und Regulierern noch in diesem Jahr beilegen könne. Darunter seien die noch aus der Zeit der Finanzkrise stammenden Klagen des US-Justizministeriums wegen Hypothekenpapieren sowie die Geldwäsche-Vorwürfe wegen Aktiengeschäften mit dubiosen Kunden in Russland.

Insgesamt hatte die Deutsche Bank Ende Juni 5,5 Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten zurückgestellt, 100 Millionen mehr als drei Monate vorher. Im zweiten Quartal seien die meisten beigelegten Streitfälle durch Rückstellungen abgedeckt gewesen, erklärte das Institut. Die Ansprüche von Klägern, für die die Bank bisher kein Geld zurückgelegt hat, reduzierten sich um 500 Millionen auf 1,7 Milliarden Euro.

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