Quartalszahlen: Deutsche Bank macht 575 Millionen Euro Gewinn

Quartalszahlen: Deutsche Bank macht 575 Millionen Euro Gewinn

, aktualisiert 27. April 2017, 09:02 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Die Deutsche Bank legt Zahlen vor: Im ersten Quartal 2017 steigt der Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 236 Millionen auf 575 Millionen Euro. Ein Gewinnsprung, der Analysten überrascht.

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Das Frankfurter Geldhaus ist die größte deutsche Privatbank.

Die Deutsche Bank kommt im Tagesgeschäft in Schwung. Das Vorsteuerergebnis kletterte im ersten Quartal um 52 Prozent auf 878 Millionen Euro, wie Deutschlands größtes Geldhaus am Donnerstag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit 868 Millionen Euro gerechnet. Nach Steuern stand ein Gewinn von 575 Millionen Euro zu Buche, ebenfalls mehr als erwartet und ganze 143 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.

Vor allem der wichtige Anleihehandel florierte zu Jahresbeginn, wie sich schon bei den Rivalen gezeigt hatte. Vorstandschef John Cryan hatte bereits zum Abschluss der rund acht Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung Anfang April angekündigt, im Kerngeschäft Investmentbanking wieder anzugreifen. Nun betonte er: „Ich bin zufrieden mit unserem Start ins Jahr 2017. Das Kundengeschäft läuft sehr erfreulich, wir verzeichnen in allen Bereichen der Bank Zuflüsse, und die Aktivität an den Märkten erholt sich.“

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Im vorbörslichen Handel lag die Aktie der Deutschen Bank trotz des positiven Ausblicks von Cryan mit rund 0,2 Prozent leicht im Minus.

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Die Erträge der Bank lagen im ersten Quartal des Jahres bei 7,3 Milliarden Euro und damit neun Prozent niedriger als im Vorjahresquartal. Das Geldhaus führt diesen Rückgang von rund 0,7 Milliarden Euro im Wesentlichen auf Veränderungen der Risikoprämien auf Verbindlichkeiten zurück. „Bereinigt um diesen Effekt lagen die Erträge in etwa auf dem Niveau des Vorjahresquartals“, schreibt die Bank in ihrer Mitteilung. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft sank um 56 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal und lag damit bei 133 Millionen Euro. Möglich machten das bessere Ergebnisse im Metall-, Bergbau-, Öl- und Gas-Portefeuille der Bank.

Die zinsunabhängigen Kosten betrugen laut Quartalsbericht 6,3 Milliarden Euro, zwölf Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Auch die bereinigten Kosten sanken um fünf Prozent – unter anderem aufgrund von „Fortschritten beim Umbau der Bank“.

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Die Mitarbeiterzahl sank um rund 1.600, ein Minus von 3.300 gegenüber dem ersten Quartal 2016. Aktuell hat die Bank weltweit 98.177 Vollzeitkräfte, davon 44.132 in Deutschland. Ein Jahr zuvor hatte Deutschlands größtes Geldhaus weltweit noch 101.445 Mitarbeiter. Die Deutsche Bank hatte angekündigt, bis 2018 weltweit 9.000 Arbeitsplätze abzubauen, davon 4.000 in Deutschland.

Auch bei den Standorten geht der Abbau voran: 130 der 188 auf der roten Liste stehenden Filialen in Deutschland hat die Deutsche Bank inzwischen geschlossen. Sie will künftig die Kunden im Inland in 535 Filialen bedienen, zusätzlich wurden acht Beratungscenter eröffnet, in denen sich Kunden außerhalb der regulären Filial-Öffnungszeiten – unter anderem an Samstagen – zu finanziellen Fragen informieren können.

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„Unsere Maßnahmen zum Kostenabbau beginnen zu wirken, während wir die Strukturen unserer Bank deutlich vereinfachen. Wir haben die Grundlagen dafür geschaffen, dass die Deutsche Bank wieder gute Ergebnisse liefern kann“, gibt sich Vorstandschef John Cryan überzeugt.

Die harte Kernkapitalquote ist zum 31. März 2017 gegenüber dem 31. Dezember 2016 leicht gestiegen auf 11,9 Prozent, unter Berücksichtigung der erfolgten Kapitalerhöhung liegt sie bei 14,1 Prozent, teilte die Bank am Donnerstag mit.

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