Radikaler Umbau bestätigt: Commerzbank streicht 9600 Stellen und die Dividende

Radikaler Umbau bestätigt: Commerzbank streicht 9600 Stellen und die Dividende

, aktualisiert 29. September 2016, 11:22 Uhr
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Das Geldinstitut will fast 10.000 Stellen streichen.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Commerzbank baut radikal Stellen ab. Nahezu jeder fünfte Job könnte wegfallen. Der Arbeitsplatzabbau ist Teil der Strategie des neuen Vorstandchefs Martin Zielke. Auch für das dritte Quartal sieht es schlecht aus.

FrankfurtDie Commerzbank will in den kommenden Jahren 9600 Vollzeitstellen streichen. Dies sei Teil der strategischen und finanziellen Ziele bis 2020, die der Vorstand am Freitag beschließen werde, teilte die Bank am Donnerstag mit. Man wolle zeitnah das Gespräch mit Arbeitsnehmervertretern suchen. Es würden aber gleichzeitig auch 2300 neue Stellen „in Wachstumsfeldern“ entstehen, so dass sich der Netto-Stellenabbau auf rund 7300 Vollzeitkräfte belaufe. Bereits in der Amtszeit des ehemaligen Konzernchefs Martin Blessing hatte die Bank 5000 Stellen gestrichen.

Das Handelsblatt hatte bereits in seiner Dienstagsausgabe vom radikalen Umbau bei der Commerzbank berichtet. Als „Reaktion auf aktuelle Marktgerüchte“ gab der Bankvorstand am Donnerstag die Bestätigung der Pläne. Die neue Strategie soll am Freitag „nach der Erörterung mit dem Aufsichtsrat“ beschlossen werden, heißt es in der Ad-hoc-Mitteilung.

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Die Maßnahmen kosten Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus etwa 1,1 Milliarden Euro. Deshalb strich die Bank auch die Dividende mindestens für das laufende Jahr. Ursprünglich war eine Dividende von 20 Cent je Aktie angedacht. Wie erwartet treibt Vorstandschef Blessing auch die Digitalisierung enorm voran. Demnach sollen 80 Prozent der Prozesse digitalisiert werden und einen bedeutenden Kostenblock nachhaltig senken. „Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert“, hatte Zielke bereits Anfang September bei der Handelsblatt-Jahrestagung Banken im Umbruch betont.

Die Commerzbank wolle im Rahmen der neuen Strategie „Commerzbank 2020“ ihre „Profitabilität nachhaltig erhöhen“ und sich „auf ihre Kerngeschäfte konzentrieren“. Die Kunden werden auf zwei Sparten verteilt – nämlich „Privat- und Unternehmenskunden“ sowie „Firmenkunden“. Die Segmente Mittelstandsbank und Corporates & Markets werden gebündelt und das Handelsgeschäft im Investmentbanking reduziert. Das Mittelstandgeschäft, lange der mit Abstand größte Ertragsbringer des Konzerns, litt zuletzt immer stärker unter dem Niedrigzinsniveau.

Die Commerzbank kämpft wie die Konkurrenz mit den Folgen des anhaltenden Zinstiefs und deutlich verschärften Auflagen der Aufseher. Im ersten Halbjahr brach der Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 40 Prozent auf 372 Millionen Euro ein.

Im dritten Quartal rechnet die Bank mit einem negativen Ergebnis, für das Gesamtjahr 2016 allerdings mit einen leichten Gewinn. Zielkes Vorgänger Blessing hatte im vergangenen Jahr noch einen Gewinn von einer Milliarde Euro verkündet und Aktionären erstmals seit der Finanzkrise wieder eine Dividende gezahlt. Erst im Juli musste die Bank einen Rückgang der wichtigen Eigenkapitalquote hinnehmen – Zielke kassierte daraufhin das Gewinnziel für 2016.

Quelle:  Handelsblatt Online
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